Schömberg
Schömberg -  16.03.2019
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Leidenschaftliches Wechselspiel

Ieva Dudaite stellt Chopin und Tiersen im Silbersaal in Schömberg gegenüber. Litauerin unterrichtet an Hochschule für Musik und tritt international auf.

Ieva Dudaite spielte im Silbersaal des Kurhauses auf dem Flügel. Ihre Zuhörer nahm sie mit auf eine wundervolle musikalische Reise. fischle
Ieva Dudaite spielte im Silbersaal des Kurhauses auf dem Flügel. Ihre Zuhörer nahm sie mit auf eine wundervolle musikalische Reise. fischle

Schömberg. Im Rahmen der Reihe „Konzerte in der Region“ trat die begnadete Pianistin Ieva Dudaite am Dienstag bereits zum zweiten Mal im Schömberger Kurhaus auf. Im Januar absolvierte sie ihren Master in Klavier an der Karlsruher Hochschule für Musik. Inzwischen unterrichtet sie dort und gibt regelmäßig internationale Konzerte. Bei ihrem Klavierrezital, welches sie im Silbersaal spielte, stellte sie ihre liebsten Kompositionen von Frédéric Chopin und Yann Tiersen gegenüber.

Die gebürtige Litauerin nahm die Moderation des Abends selbst in die Hand. Gekonnt zeigte sie Parallelen und Unterschiede zwischen Chopin und Tiersen auf. In dieses Rezital steckt Dudaite viel Herzblut: „Es ist ein großes Experiment. Beide Komponisten klingen französisch“, erklärte sie die erste Gemeinsamkeit. Frédéric Chopin inspirierte mit seinen melancholischen Melodien und Variationen Generationen von Musikern. Seine romantische Salonmusik habe er damals für die Elite geschrieben. Yann Tiersens minimalistischere Stücke erreichen dagegen ein weitaus breiteres Publikum.

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Als Filmmusik bekannt

Viele Stücke beider Komponisten wurden später als Filmmusik verwendet. Durch sein Stück „Comptine d’un autre été“ in dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ schaffte Tiersen 2001 seinen großen Durchbruch. Chopins Ballade Nr. 1 spielt eine wichtige Rolle in „Der Pianist“. Beide Stücke band Dudaite gekonnt in ihr eigens erstelltes Klavierrezital mit ein. Voller Leidenschaft spielte sie Chopins Walzer Nr. 1 auf höchstem Niveau. Im zarten Alter von sechs Jahren habe dieses Stück sie inspiriert, Pianistin zu werden. Das Aufeinandertreffen der beiden Komponisten empfindet Dudaite als magisch.

Im Anschluss gab die Solistin eine Zugabe der besonderen Art. Über einen Lautsprecher erklang eine Aufnahme ihres Klavierspiels, zu dem sie sich selbst live begleitete. Ob vor 1000 Zuhörern oder in der intimen Atmosphäre eines kleinen Konzerts: Ihr sei die Verbindung zu ihrem Publikum das Wichtigste, sagte Dudaite. Für die Dauer des Konzerts möchte sie ihre Zuhörer mit in eine andere Welt nehmen, so ihr Anspruch.

Neben ihren Soloaufritten spielt die junge Frau leidenschaftlich gerne Kammerkonzerte. Am 9. April wird sie gemeinsam mit ihrer Schwester, der Sopransängerin Marija Dudaite, wieder im Kurhaus Schömberg zu hören sein.

Die monatlich stattfindenden „Konzerte in der Region“ organisiert Christina Keppler seit Jahren ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Karlsruhe. Sie dankte der Pianistin: „Wenn ich Klavier spielen könnte, wäre ich gerne ihre Schülerin.“

Autor: Lisa Fischle |