100 neue Plätze, fünf neue Gruppen: Kita Habsburgerstraße bekommt neuen Anbau
Die Stimmung am Mittwochmittag ist gut auf der freien Baufläche neben der städtischen Kindertagesstätte in der Habsburgerstraße. Dort wird der Spatenstich für die neue Erweiterung gefeiert. Die Sonne scheint, so sehr sogar, dass Baubürgermeister Tobias Volle sich zu den Worten „Der Himmel ist mit uns und unseren Bauprojekten“ hinreißen lässt. Er wirkt zufrieden. Verkündet fröhlich, dass ihm gesagt wurde, dass am Donnerstag die Arbeiten bereits anfangen.
Das Bauprojekt wird aus der Kita eine der größten der Stadt machen. Die Gruppenanzahl wird von fünf auf zehn verdoppelt. Aufgeteilt in drei Gruppen für Kinder unter drei Jahren und sieben Gruppen für alle über drei. Die Kita bietet damit Platz für 170 Kinder – 100 mehr als bisher. Das liege daran, dass in die Gruppen für Jüngere zehn Kinder betreut werden könnten, in die für Ältere könnten 20 bis 25, sagt Joachim Hülsmann, Leiter des Jugend- und Sozialamts.
Barrierefrei und mit Aufzug
Der Neubau wird durch einen Gang mit dem Altbau verbunden, inklusive Aufzug. Nicht nur das, die ganze Kita sei barrierefrei, sagt Baubürgermeister Volle. Allerdings nur zu einem bestimmten Grad inklusiv, denn je nach Behinderung könne nicht jedes Kind in dieser Kindertagesstätte betreut werden, aber es gebe andere Einrichtungen in Pforzheim, in denen das möglich sei. Jede Kita vollständig inklusiv zu gestalten, sei „nicht leistbar“. Im Gemeinderat gab es während der Planungsphase des Neubaus eine Grundsatzdebatte über dieses Thema.
Und der Inklusionsbeauftragte der Stadt Pforzheim, Mohamed Zakzak? Er freut sich, dass der Kindergarten barrierefrei ist. „Pforzheim muss sich nicht verstecken“, sagt er.
Das neue Gebäude werde in Holz-Hybrid-Bauweise gebaut, sagt Volle. Einzelne Teile seien schon vorgefertigt und könnten so leicht aneinandergebaut werden. So könne zügig gebaut werden. Geplant ist die Fertigstellung des Gebäudes im Sommer 2027. Anschließend sollen die Gruppen in den Neubau umziehen und im Bestandsgebäude Anpassungen vorgenommen werden. Im Frühjahr 2028 gehe dann die gesamte Einrichtung in Betrieb. Kostenpunkt: 9,5 Millionen Euro. Dabei seien schon die Bauarbeiten am Altbau, wie ein verbesserter Brandschutz, mitberechnet.
Strom aus eigener Produktion
Die Photovoltaikanlage soll im Sommer genug Strom liefern, um damit die ganze Kita zu versorgen. Volle erklärt, den Standard „Effizienzhaus 40 EE“ erreicht zu haben. Fachmännisch, aber für die Umstehenden nur teilweise verständlich.
Unter ihnen sind neben Vertretern der Stadt und Kita auch Anwohner. Jedenfalls begrüßt Oberbürgermeister Peter Boch diese in seiner Rede. Er bittet, die möglichen Einschränkungen während der Bauarbeiten zu entschuldigen. Und prophezeit noch vor dem Spatenstich, dass „das ein oder andere nicht so rund laufen wird“. Trotzdem möchte er mehr Plätze schaffen. „Wir werden erst aufhören, wenn jedes Kind einen Platz hat.“
Wie viele Kita-Plätze fehlen, steht allerdings für dieses Jahr noch nicht fest. Unter 1000, sagt Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn, bezogen auf die Zahlen vom vorherigen Jahr. Die Zahlen für 2026 gebe es in ungefähr zwei Monaten.
An der Habsburgerstraße wird auch der Außenbereich erneuert. Der Baumbestand soll erhalten und sogar ergänzt werden, sagt Architekt Albrecht Hettich. Die natürlichen Materialien im Neubau schafften eine freundliche Atmosphäre
Und damit die Verkehrssituation verbessert wird, soll die angrenzende Karl-Bührer-Straße verbreitert werden. „Dabei entstehen eine Parkbucht und zusätzliche Stellplätze, die künftig das Hol- und Bringkonzept unterstützen sollen“, schreibt die Pressestelle der Stadt.
