150 Mitglieder kamen zur Hauptversammlung: Bewährtes Team bleibt im Amt für Pforzheimer Jägerschaft
Pforzheim/Enzkreis. Rund 150 Jägerinnen und Jäger haben an der Hauptversammlung der Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim im Schützenhaus Pforzheim teilgenommen. Im Mittelpunkt standen Nachwuchsarbeit, Wildtiermanagement, Naturschutz und die Zusammenarbeit mit Behörden und Forst. Kreisjägermeister Dieter Krail eröffnete die Versammlung und begrüßte neben den Mitgliedern zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Forst und Schützenwesen. Nach dem Gedenken an verstorbene Jagdkameraden standen der Rückblick auf das vergangene Jagdjahr, aktuelle Entwicklungen rund um Wald und Wild sowie Neuwahlen auf dem Programm.
In den Grußworten würdigte FDP Hans-Ulrich Rülke die Arbeit der Jägerschaft im Enzkreis und im Stadtkreis Pforzheim. Vertreter des Landratsamts betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit von Waldeigentümern, Förstern und Jägern.
Trotz unterschiedlicher Perspektiven verfolge man gemeinsame Ziele: den Erhalt gesunder Wälder und artenreicher Lebensräume. Gerade angesichts des Klimawandels könne die Entwicklung klimastabiler Wälder nur gemeinsam gelingen.
Krail berichtete von einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit. Den vergangenen Jungjägerkurs absolvierten 20 Teilnehmer erfolgreich, alle bestanden die Jägerprüfung. Die neuen Jungjäger seien der Vereinigung beigetreten, fast alle hätten bereits eine Jagdgelegenheit gefunden. Auch der aktuelle Kurs sei mit 19 Teilnehmern, darunter vier Frauen, gut besucht.
Als Höhepunkt des Vereinsjahres bezeichnete die Vereinigung die Hubertusfeier im Kloster Maulbronn. Die Kirche sei voll besetzt gewesen. Jagdhornbläsergruppen hätten die Feier musikalisch begleitet, zudem seien Jägerbriefe übergeben und der traditionelle Jägerschlag vorgenommen worden. Auch die fünf Hegeringe der Jägervereinigung seien mit Fuchswochen, Waldweihnacht, Schießveranstaltungen und weiteren Terminen aktiv gewesen. An den Hegeringversammlungen hätten regelmäßig Vertreter von Forstverwaltung, Veterinäramt und unterer Jagdbehörde teilgenommen. Dies zeige die gewachsene Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten.
Großen Stellenwert habe weiterhin das Jagdhundewesen. Der zweite Hundekurs zur Erlangung der Brauchbarkeit sei erfolgreich abgeschlossen worden, alle Hunde hätten die Prüfung bestanden. Auch der neue Kurs laufe bereits.
Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit der anerkannten Nachsuchengespanne. Im vergangenen Jagdjahr wurden nach Angaben der Vereinigung 248 Nachsuchen durchgeführt, überwiegend auf Schwarz- und Rehwild. Die Nachsuchen dienten dem Tierschutz, der Verkehrssicherheit und einer waidgerechten Jagdausübung.
Für ihren langjährigen Einsatz wurden die scheidenden Nachsuchenführer Dr. Jürgen Kugel und Andreas Birkenmaier gewürdigt. Künftig übernehmen Michael Bruder, Johannes Hellstern und Steven Pohl diese Aufgaben.
Als wichtige Aufgabe wurde zudem die Stadtjägerei bezeichnet. Stadtjäger unterstützten Bürger bei Problemen mit Wildtieren im Siedlungsraum und trügen damit zu einem positiven Bild der Jägerschaft in der Öffentlichkeit bei.
Im jagdlichen Jahresbericht wurde ein stabil hoher Rehwildabschuss als wichtiger Beitrag für klimastabile Wälder bezeichnet. Beim Niederwild bleibe die Lage dagegen angespannt. Zugleich nähmen invasive Arten wie Nilgans und Waschbär weiter zu.
Besonderes Interesse habe zudem der Luchs „Portus“ geweckt, der im Raum Pforzheim nachgewiesen und später besendert worden sei. Wildbiologe Klaus Lachenmaier vom Landesjagdverband informierte in einem Fachvortrag über aktuelle Entwicklungen beim Wildtiermanagement in Baden-Württemberg. Themen waren unter anderem Wolf, Luchs, Neozoen und Grünbrücken für wandernde Wildarten.
Bei den Neuwahlen wurde Dieter Krail einstimmig als Kreisjägermeister bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurden Jürgen Förschler als stellvertretender Kreisjägermeister und Stefan Kretz als Schatzmeister. Neuer Schriftführer ist Mark Schönmetzler.
Auch zahlreiche Obleute wurden bestätigt oder neu gewählt. Zudem beschloss die Versammlung einstimmig eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge, um gestiegene Abgaben und die Finanzierung der Vereinsarbeit sicherzustellen.
