40 Jahre Schiller-Gymnasium Pforzheim: Jubiläums-Gala beleuchtet bewegte Schulhistorie
Pforzheim. Es war ein farbiges und zugleich prickelndes Jubiläumsfest, bei dem am Freitag knapp 500 Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Gäste das 40-jährige Bestehen des Büchenbronner Schiller-Gymnasiums – inklusive 50 Jahre Ganztagesschule – gefeiert haben. Für Unterhaltung sorgten Schulband, Schulchor und die Tanz-AG mit rasanten Einlagen.
Katharina Meyer, Geschäftsführerin der Ganztagesschule Pforzheim GmbH, begrüßte in der Aula neben Eltern, Förderern und Ehemaligen auch Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn, den FDP-Landtagsabgeordneten und Stadtrat Hans-Ulrich Rülke sowie weitere Ratsmitglieder. Dabei machte sie auch auf die enge Verbundenheit mit der Stadt aufmerksam. Denn nach dem finanziellen Aus des Boxberg-Gymnasiums 1986 war im Gemeinderat entschieden worden, als Mehrheitsgesellschafter in die Schul-GmbH einzusteigen, um den Betrieb in einem der damals ersten privaten Ganztages-Gymnasien Baden-Württembergs zu sichern. „Damals wie heute machen Gemeinschaft, Stärke und Mut unsere Schule aus. Nicht umsonst heißt das Motto zum Jubiläum: gemeinsam stark!“, so Meyer. Aber auch die Ideale von Dichter und Namensgeber Friedrich Schiller – freies Denken und Menschlichkeit – seien nach vier Jahrzehnten aktueller denn je.
Frenetischen Applaus vom Publikum erntete Oberbürgermeister Peter Boch, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Schul-GmbH, mit seiner etwas anderen Laudatio. Mit Sätzen wie „...ein 40-jähriges Schuljubiläum..., da ist safe ein OB-Grußwort am Start“ oder „...nach fast neun Jahren im Job, sollte es eigentlich kein Stress sein, das Ganze hier easy zu droppen“, traf er genau den Zungenschlag heutiger Generationen. Darüber hinaus gab es von Boch aber auch Anerkennung für die Privatschule: „Das Schiller-Gymnasium zählt pädagogisch und methodisch zur Avantgarde in unserer Bildungslandschaft“, lobte er.
Anschließend setzte Schulleiter Maximilian Weigl zu einer eindrucksvollen Festrede an, indem er das Publikum auf eine Zeitreise mitnahm. Angefangen mit ihm als Lehrer, der erst 2025 den Rektorenposten am Schiller übernommen hatte. Und dem sich nun, im Besitz des Generalhauptschlüssels, neue Türen öffnen. Da liegt auch der Blick in die bewegte Schulhistorie nicht fern. Unterstützt wurde Weigl dabei von der Theater-AG mit Pantomime und Plakaten.
Als es dann um den Übergang vom Boxberg- zum Schiller-Gymnasium ging, spielte Weigl den Ball weiter. Physiklehrer Helmut Hoffmann übernahm und skizzierte als Zeitzeuge die Geschehnisse rund um den „schwarzen Tag“ der Zahlungsunfähigkeit des damaligen Schulträgers im Juni 1986. Lehrer und Hunderte Schüler seien vor verschlossenen Türen gestanden – kurz vor dem mündlichen Abitur. „Schock und Betroffenheit, sogar die Unterrichtsgenehmigung musste zurückgegeben werden“, erinnerte Hoffmann. Bis die Schule für vier Wochen zur Außenstelle des Hebel-Gymnasiums erklärt worden sei und sich durch gemeinsame Anstrengungen alles zum Guten gewendet habe. „Das war die Geburt des Geistes, der die Schule bis heute prägt“, betonte Hoffmann. Schulleiter Weigl gab aber auch zu bedenken, dass in Bildung weiter investiert werden müsse. „Damit sie auch wirksam ist“, sagte er.
