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Pforzheim -  12.02.2020
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400.000 Euro Pacht für die Betriebs GmbH: Golfclub Karlshäuser Hof stellt Insolvenzantrag

Pforzheim/Enzkreis. Nach einem Urteil des Landgerichts Karlsruhe, wonach der Golfclub Karlshäuser Hof der Betreiber GmbH keine Pachtzahlungen vorenthalten darf und eine erneute Umlage auf die rund 700 Mitglieder nicht durchsetzbar war, haben die Präsidentin des Clubs, Hannelore Zachmann, und ihr Vize Wolfgang Stopp am Mittwoch um 10 Uhr den unausweichlichen Weg zum Amtsgericht angetreten, um Insolvenzantrag zu stellen. Das Gericht wird nun zeitnah für die nächsten drei Monate einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen.

Die Zukunft des Golfspiels auf dem Gelände des Karlshäuser Hofs steht nach dem Insolvenzantrag des Golfclubs auf der Kippe. Symbolbild: Adobe Stock
Die Zukunft des Golfspiels auf dem Gelände des Karlshäuser Hofs steht nach dem Insolvenzantrag des Golfclubs auf der Kippe. Symbolbild: Adobe Stock

Stein des Anstoßes sind die Pachtzahlungen von jährlich über 400.000 Euro, die der Club an die Betriebs GmbH zahlen muss - mehr als doppelt so hoch wie die übliche Pacht in Deutschland, so Hannelore Zachmann, die vor sechs Jahren Wolfgang Daum an der Spitze des Golfclubs ablöste. Daum, der ehemalige Sparkassen-Chef, hatte den Club 23 Jahre lang geführt. Er ist Gesellschafter der GmbH, die das ganze Areal gepachtet hat.

Nun stellt sich die Frage, wie die GmbH den Kredit bedienen soll, den ihr Daum aus seiner Sparkassen-Zeit verschafft hatte. Zachmann wirft Daum persönlich übel, den Club in die Insolvenz getrieben zu haben. Die Änderung des Pachtvertrags vor zehn Jahren sei wegen der ab dann "unangemessenen Pacht" das Todesurteil für den Club gewesen, ergänzt Stopp. 

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Für Bernard Olujić von der Betriebs GmbH sei der Insolvenzantrag nicht nachvollziehbar. „Immerhin sind zum 31. Januar eines Jahres die Jahresbeiträge der Mitglieder einzuziehen. Unter diesem Gesichtspunkt kann unseres Erachtens keine Zahlungsunfähigkeit vorliegen“, schreibt er in einem E-Mail an die PZ. „Den Vorwurf der Totengräber des Clubs zu sein, weisen wir mit Entschiedenheit zurück“, empört sich Olujić, denn bis zum Jahre 2014 sei „der viel zitierte Pachtvertrag keine Belastung für den Golfclub“ gewesen. Zu den Folgen des Insolvenzantrags für die Betriebs GmbH will Olujić erst nach einer Gesellschafterversammlung etwas sagen. Geklärt werden muss dann wohl auch die Frage, wie die Betriebs GmbH den Kredit der Sparkasse abzahlen will, wenn die Zahlungen des Golfclubs nicht mehr erfolgen.  

Mehr darüber lesen Sie am Donnerstag, 13. Februar, in der "Pforzheimer Zeitung" oder als E-Paper-Abonnent auf PZ-news.

Autor: ol