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Karlsruhe -  28.06.2026
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50 Jahre Weingut Plag in Kürnbach: Hunderte Gäste feiern Jubiläum mit Wein und Musik

Der Duft von Bratwurst und frisch geöffneten Weinflaschen lag an diesem letzten Junisonntag über dem Leibergerweg. Am Rande von Kürnbach, jenem Kraichgauer Weindörfchen, das sich selbst gerne als Schwarzriesling-Hauptstadt versteht, feierte das Weingut Plag sein 50-jähriges Bestehen — und viele kamen, um dabei zu sein.

Bereits am Samstag hatten Hunderte Gäste bei hochsommerlicher Hitze das Gelände gestürmt und bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Der Sonntag setzte nahtlos nach: Ab elf Uhr strömten erneut Genießer und Weinfreunde auf das weitläufige Gelände, und das Thermometer kletterte erbarmungslos weiter. Große Sonnensegel spannten sich über den Innenhof, die kühle Halle des Weingutes bot willkommene Zuflucht. Auf den Wiesen rund ums Gut luden Liegestühle zum Dösen ein, in den Lauben saßen Familien mit vollen Gläsern, Kinder liefen zwischen den Tischen hindurch. Überall gab es die Tropfen des Weingutes zu verkosten, eine zur Bar umgestaltete Weinlaube wurde nicht weniger belagert als die Sitzplätze im Schatten.

Kulinarisch ließ das Fest keine Wünsche offen: Aus der Besenküche dampften Hausmannskost-Klassiker, Tim’s BBKuh lieferte den Burgerduft, Svens Pasta zog ihre eigenen Kreise, Tuomis Catering lockte mit Fischspezialitäten. Wer sich einen Platz im schattigen Innenhof gesichert hatte, war gut aufgehoben — doch auch auf den Wiesen und in den Lauben ringsum herrschte rundum gute Laune. Der Sonntagmittag gehörte dem Musikverein Kürnbach, der schmissige Märsche und Volksweisen aufspielte, bevor die Feuerwehrkapelle Sulzfeld das Zepter übernahm. Die Stimmung war familiär, gelöst, ein wenig stolz — so, wie es sich für ein halbes Jahrhundert Weingut gehört.

Mittendrin: Philipp Plag, 42 Jahre alt, vierte Generation, der an diesem Wochenende Gastgeber, Winzer und Gesprächspartner zugleich war. Er führt das Weingut heute gemeinsam mit Frau Maja sowie den Eltern Christa und Werner — drei Generationen, die an diesen beiden Tagen im Einsatz waren, um Gäste zu begrüßen und zu bewirten. Im persönlichen Gespräch erzählte Plag, dass sein Sauvignon Blanc diesen Herbst erstmals gelesen und verarbeitet werde — eine Rebsorte, die er vor drei Jahren angepflanzt hatte. Und eigens für das Jubiläum habe er einen 2025er Chardonnay vinifiziert, trocken und fruchtig, mit einem nostalgisch gestalteten Etikett. Der Wein war an diesem Tag allgegenwärtig und begehrt.

Über Region hinaus bekannt

Dass die Plags wissen, wie man Weine macht, die über den regionalen Tellerrand hinausweisen, ist längst kein Geheimnis mehr. Mit mehreren Auszeichnungen beim renommierten Deutschen Rotweinpreis des Magazins „Vinum“ sowie dem dreifachen Gewinn des Lembergerpreises „Vaihinger Löwe“ hat sich Philipp Plag in die erste Reihe der deutschen Winzer gespielt — bemerkenswert für ein Weingut an der Schnittstelle zwischen Baden und Württemberg, das auf 14 Hektar rund 100.000 Flaschen jährlich abfüllt.

Verkostungsraum klimatisiert

Wer sich eine ruhige Minute gönnen wollte, fand sie im klimatisierten Verkostungsraum im Erdgeschoss — gemütlich und modern zugleich, mit direktem Blick in den Barrique-Keller, wo die nächsten Jahrgänge ihrer Reife entgegendämmern. Plag erwähnte beiläufig, dass eine seiner jungen Töchter bereits Interesse bekundet habe, einmal in seine Fußstapfen zu treten. Fünfte Generation in Sicht. Dem Kraichgau kann das nur recht sein.