Gemeinden der Region
Enzkreis -  10.09.2020
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Aufwendige Ferienprogramme neigen sich Ende zu: So verlief die Betreuung in Zeiten von Corona

Enzkreis/Nordschwarzwald. In Zeiten von Corona haben sich viele Gemeinden dazu entschlossen, das Kinderferienprogramm abzusagen. Für die, die daran festgehalten haben, war die Organisation mit einem ordentlichen Mehraufwand verbunden. Hat sich die Mühe gelohnt? Die PZ hat sich im Enzkreis und Nordschwarzwald umgehört.

Sport und Bewegung gibt es für die Kinder beim Turnen mit der KTV Straubenhardt beim Ferienprogramm der Gemeinde, das trotz Corona stattfand.
Sport und Bewegung gibt es für die Kinder beim Turnen mit der KTV Straubenhardt beim Ferienprogramm der Gemeinde, das trotz Corona stattfand.

Bad Wildbad:

In Bad Wildbad zieht man ein positives Fazit vom diesjährigen Kinderferienprogramm. Dieses wird gemeinsam für Bad Wildbad, Enzklösterle und Höfen auf die Beine gestellt. Aufgrund von Corona hat nur niemand die Zahlen der teilnehmenden Kinder so recht im Blick. Edith König vom Büro des Bürgermeisters in Bad Wildbad koordinierte sonst immer die Veranstaltungen im Kurort sowie in Enzklösterle und Höfen.

Dieses Jahr geht alles direkt über die einzelnen Vereine und Institutionen, die Aktivitäten angeboten haben. Wegen der Pandemie sind viele auf Veranstaltungen umgestiegen, die die Kinder von zu Hause aus machen konnten. Aber auch die neue Stadtrallye vom Touristik-Büro kam recht gut an. 30 Kinder haben sich dort einen Fragebogen abgeholt und sind dann selbstständig durch den Ort getingelt. Man sei mit der Resonanz zufrieden, ist aus der Touristik zu hören.

Königsbach-Stein:

Deutlich bemerkbar gemacht hat sich Corona bei der Zahl der teilnehmenden Kinder in Königsbach-Stein. Statt wie im letzten Jahr 350 Kinder, nahmen dieses Jahr nur 100 Kinder an den insgesamt 30 Veranstaltungen teil. Allerdings habe das Kinderferienprogramm auch nur drei statt wie sonst fünf Wochen stattgefunden, sagt die zuständige Rathaus-Mitarbeiterin Karina Hölzle.

Alle Angebote fanden trotz Corona direkt vor Ort statt – mit entsprechenden Hinweisen auf Abstand und Mundschutz. Weil sich viele Vereine nicht sicher waren, wie sie die Schutzbestimmungen umsetzen können, musste kurzfristig organisiert werden, so Hölzle. Besonders beliebt waren wie sonst auch alle Aktivitäten mit Tieren, also die beiden Ponyhof-Besuche sowie der Besuch beim Kleintierzüchterverein in Königsbach-Stein und deren Kaninchen.

Straubenhardt:

In Straubenhardt fand das Programm nur die Hälfte der üblichen Ferienzeit statt – und zwar in den letzten drei Wochen. Insgesamt haben 60 Kinder daran teilgenommen, auch das ist nur die Hälfte der sonst 120 Anmeldungen. „Wir freuen uns, dass 14 Programmpunkte angeboten werden konnten und auch viele Kinder sich angemeldet haben“, zieht Rouven Rudisile, Abteilungsleiter Kinder, Jugend und Familie der Gemeinde, sein Fazit. Die größte Hürde seien die Hygienekonzepte gewesen. Einige Veranstalter hätten diese nicht einhalten können und deshalb keine Aktivitäten angeboten. Im vorigen Jahr fanden 24 Veranstaltungspunkte statt.

Mühlacker:

Weil das städtische Ferienprogramm wegen Corona abgesagt wurde, sprang kurzfristig das Mehrgenerationenhaus und die Volkshochschule mit eigenen Programmpunkten ein. Die vhs, die sich in den vergangenen Jahren immer nur mit einem Programmpunkt beteiligt hatte, machte jetzt ganze sechs Angebote, wie die fürs Programm zuständige Mitarbeiterin Mayke Scheible sagt. Insgesamt 25 Kinder machten bei Aktivitäten wie einer Eseltour und Boomerangwerfen mit. „Wir dachten eigentlich, dass mehr Kinder kommen“, sagt Scheible: „Weil bei der Stadt sonst immer ein riesen Andrang war.“ Sie betont aber auch, dass die ganze Sache sehr spontan organisiert werden musste.

Autor: heg