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Enzkreis -  01.06.2021
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Betrug mit Küchenmaschinen: Angeklagte aus der Region soll 12.000 Euro Schaden angerichtet haben

Enzkreis/Pforzheim. Recht undurchsichtig gestaltete sich an diesem Dienstag vor dem Amtsgericht Pforzheim ein Prozess gegen eine 25-Jährige mit Migrationshintergrund, die im östlichen Enzkreis lebt. Angeklagt ist die Frau wegen gewerblichen Betrugs in mehreren Fällen. Sie soll als Beraterin für eine Küchenmixerfirma von Januar bis März 2019 mehrere Geräte auf nicht existierende Namen bestellt haben. Ebenso sollen Menschen, die das Gerät nicht bestellt hatten, eine entsprechende Rechnung erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden von über 12.000 Euro aus. Hinzu kommen noch Verkaufsprovisionen, die die Beraterin kassiert hat.

Die Angeklagte Studentin soll in ihrem Job als Beraterin einer Küchenmixerfirma Geräte auf nicht existierende Personen bestellt haben. Dafür steht sie jetzt vor dem Amtsgericht Pforzheim.Foto: Foto: David Ebener/dpa (Symbolbild)
Die Angeklagte Studentin soll in ihrem Job als Beraterin einer Küchenmixerfirma Geräte auf nicht existierende Personen bestellt haben. Dafür steht sie jetzt vor dem Amtsgericht Pforzheim.Foto: Foto: David Ebener/dpa (Symbolbild)

Doch die Verhandlung gestaltete sich schwierig, denn die Studentin machte weder Angaben zur Person, noch zur Sache. So kämpfte sich Richterin Moira Landau durch einen Papier-Dschungel von Bestellungen. Ein Großteil war an Adressen und ausländisch klingende Namen in Nordrhein-Westfalen adressiert, einige, so scheint es, sind später an eine Anschrift im Enzkreis umgeleitet worden. Angebliche Postanschriften fanden sich auch in Pforzheim, die nun die Richterin vor Ort von der Polizei überprüfen lassen möchte. „Oft finden sich dort weitere Hinweise“, so Landau.

Anzeige – kurioserweise gegen den Mann der Angeklagten - hatte zunächst eine Frau aus Augsburg erstattet, die eine Rechnung erhielt, jedoch kein Küchengerät bestellt hatte. Ein weiterer Fall wurde in Bielefeld bekant. Das Ganze kam ins Rollen und landete auf dem Schreibtisch der Kripo. Aufklären konnte diese, dass nicht der Mann der Verkaufsberater für die Küchenmaschinen war, sondern dessen Frau, die im Prozess Beschuldigte 25-Jährige.

Heraus kam, dass etliche Rechnungen unzustellbar waren und auch keine Zahlungsvorgänge ermittelt werden konnten. Denn ein Großteil der angeblichen Kunden gab es überhaupt nicht – ihre Namen und Adressen waren fiktiv, andere waren zwar an den Wohnorten gemeldet, hatten jedoch keine Ware bestellt, aber Rechnungen bekommen.

Stutzig machte jedoch nicht nur die Verteidigung, dass auf den Bestellformularen „Lieferung gegen Rechnung, Bonität vorausgesetzt, ansonsten gelte Vorkasse“ anzukreuzen war. „Dann entsteht der Firma überhaupt kein Schaden. Es scheitert am Betrugsvorsatz“, so der Verteidiger, der auf ein automatisiertes Prüfungsverfahren des Küchenmaschinenherstellers verwies.

„Es gibt hier viele Fallstricke“, räumte Richterin Moira Landau ein. Diese sollen nun am Dienstag, 3. August, ab 13 Uhr vor dem Amtsgericht Pforzheim in einem weiteren Verhandlungstag gelöst werden.

Autor: Silke Fux