Comedian Ralf Schmitz im CCP: Ein Wirbelwind mit Maschinengewehrschnauze
Pforzheim. Klein, umtriebig und extrem gedankenschnell. Ralf Schmitz brennt wieder einmal vor Tatendrang: Die 2000 Gäste seines Soloprogramms „Schmitzmän“ begrüßt der Komiker in höchstem Tempo – und mit seiner sprichwörtlichen Maschinengewehrschnauze. Seine Einleitung ist ein Stakkato aus Wortpfeilen: „Ich freue mich sehr, dass es losgeht. Endlich!“. Im gleichen Atemzug schiebt er sofort eine Frage nach.
„Das neue Programm heißt Schmitzmän, warum?“. Und als er sich seiner Schleppe entledigt, hat er die Antwort ebenfalls schon parat: „Es geht um Superhelden. Aber es geht nicht nur um die bekannten Superhelden, die kommen zwar auch vor, aber eher weniger. Es geht um die Alltagshelden, das heißt, es geht im Zweifel auch um euch. Hier sitzt bestimmt jemand, der es vielleicht noch nicht weiß, der aber selbst ein Superheld oder eine Superheldin ist. Und die würde ich gerne mal kennenlernen“.
Gesagt, getan: Schmitzmän hüpft von der Bühne und widmet sich fortan, Aug‘ in Aug‘, dem Saalpublikum. „Wir werden uns jetzt ein bisschen kennenlernen“. Er knüpft sich drei, vier Zuschauer in der ersten Reihe vor, als ein Mikro getauscht werden muss, huscht er aber zu den Zurufenden, weiter hinten. Den weitesten Lauf zu einem Zuschauer untermalt er mit knapp 100 gejapsten „Jas“.
Fragen wie eine Salve
Bevorzugt auf die Bühne komplimentiert er jedoch diejenigen, die zum eigenen Schutz auf ihren Partner deuten. Auf die prasseln dort Fragen wie eine Salve ein: „Ah, wie ist dein Name? Hallo, wie geht’s? Möchtest du mir deine Freundin nennen? Wie alt seid ihr zusammen?“. Kaum ein ausgesuchter Zuschauer kann ähnlich schnell antworten, wie Schmitz Fragen aufwirft. Vielen bleibt kaum mehr als das eigene Lachen.
Einen seiner „Probanden“ überrascht der Komiker mit der Frage: „Was ist der Unterschied zwischen Zimmermann und Tischler? Für dessen etwas behäbige Erklärung von Tischen und Dächern fängt er sich das meistgebrauchte Schimpfwort des Abends ein: „Klugscheißer“. Zugegeben, beim TV-Format „Take me out“ war er weniger schroff.
Vergleichsweise wenige Nummern des Programms „Schmitzmän“ sind vorbereitet oder konzipiert. Ein Streifzug über ein Oktoberfest wird sogar per Filmprojektion eingespielt. In Endlosschleife. Die zeigt Rheinländer Schmitz, als Außenreporter einer Sendezentrale, der das feuchtfröhliche Fest schnurstracks als tierische Sauferei brandmarkt. Den humorigen Kontakt zum Saalpublikum lässt der ständig getriebene Komiker nie abreißen; weder im zweiten Programmteil, noch während der umjubelten Zugabe. Für den Schluss hat Tausendsassa Schmitz sogar noch ein Trumpf im Ärmel: Er hat die Praxis des Improvisationstheaters in jungen Jahren beim Kanadier Bill Mockridge an der Bonner „Springmaus“ erlernt. Im CCP lässt er „per Zufallsgenerator“ Wortpaare aus Musik und Mundart zusammenpuzzeln.
