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Neulingen -  30.03.2021
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Der Anger soll bald schöner werden: Gemeinderat Neulingen legt Sanierungsgebiet fest

Der Bereich „Am Anger“ in Bauschlott soll aufgewertet werden. Zahlreiche Weichen dafür hat der Neulinger Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung gestellt, unter anderem, indem er einstimmig die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebiets beschloss. Gut zwölf Hektar soll es groß sein und im Wesentlichen den Bereich „Am Anger“ umfassen, zudem unter anderem noch einen Teil der Pforzheimer-, der Brettener-, der Leopold-, der Schloß- und der Lindenstraße. Viele Gebäude dort sind denkmalgeschützt und die meisten einer Umfrage unter Eigentümern zufolge vor 1918 errichtet worden.

Sanierungsgebiet festgelegt: Der Anger im Neulinger Ortsteil Bauschlott soll aufgewertet werden. Private Maßnahmen werden deswegen in den kommenden Jahren gefördert. Foto: Roller
Sanierungsgebiet festgelegt: Der Anger im Neulinger Ortsteil Bauschlott soll aufgewertet werden. Private Maßnahmen werden deswegen in den kommenden Jahren gefördert. Foto: Roller

Vorbereitende Untersuchungen wurden bereits vorgenommen und haben ergeben, dass städtebauliche Missstände vorliegen. Knapp die Hälfte aller Hauptgebäude weist demnach erhebliche bis substanzielle Mängel auf. Festgestellt wurden unter anderem Leerstände, mangelnde Aufenthaltsqualität, fehlende Begegnungsstätten, ein Mangel an altersgerechten und barrierefreien Wohnungen, Gehwegschäden und Gestaltungsdefizite.

Eine Umfrage unter mehr als 50 Eigentümern hat zudem ergeben, dass sich knapp zwei Drittel vorstellen könnten, Sanierungsmaßnahmen anzugehen, wenn sie dafür Fördermittel erhalten. Tätig werden wollen sie vor allem durch eine Verbesserung der Wärmedämmung, eine Erneuerung der Fenster und der Heizungsanlage.

Auch öffentliche Aufgabenträger hat die Gemeindeverwaltung kontaktiert – und von 22 Rückmeldungen erhalten, die teilweise in den Konzepten berücksichtigt werden. „Die Ausgangslage könnte man als sanierungsfreundlich bezeichnen“, sagte Lena Rüger vom Sanierungsträger Steg Stadtentwicklung. Umgesetzt werden soll ein vereinfachtes Sanierungsverfahren.

Gefördert wird die Modernisierung und Instandsetzung eines Wohn- oder Geschäftsgebäudes mit 25 Prozent der Baukosten und maximal 30 000 Euro, wenn es keine Denkmaleigenschaft hat. Sollte es diese haben, können 40 Prozent und maximal 50 000 Euro gefördert werden. Auch für die Modernisierung von Nebengebäuden und für die Umnutzung in Wohngebäude gibt es Geld. Wer eine Förderung bekommen will, muss mindestens 10 000 Euro in die Hand nehmen. Für die Sanierungsmaßnahme „Am Anger“ wurde bereits ein Gesamtförderrahmen von knapp 1,7 Millionen Euro bewilligt. 60 Prozent, also eine Million, davon tragen Bund und Land, den Rest die Gemeinde. Weil bei den vorbereitenden Untersuchungen jedoch Kosten von rund 6,1 Millionen Euro ermittelt wurden, gibt die Gemeinde eine Eigenfinanzierungserklärung ab und signalisiert damit die Bereitschaft, die fehlenden Mittel selbst aufzubringen.Mehr über das Thema lesen Sie am ;Mittwoch, 21. März, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Nico Roller