Gemeinden der Region
Pforzheim -  19.11.2024
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Der Grundstücksammler: Dieser Mann kauft Flächen in der Region und überlässt sie der Natur

Pforzheim. „Wildes Land – Rückkehr der Natur“, das ist nicht nur der Titel eines Dokumentarfilms, den das Kommunale Kino am Montagabend gezeigt hat, es ist auch die Philosophie von Erich Roth, in Pforzheim bekannt als Grundstückssammler. Er erzählte im Rahmen der Filmvorführung von seinen Ideen und Visionen, und wie alles angefangen hat.

Angefangen hat alles in Ersingen und Bilfingen, heute hat Erich Roth hundert Grundstücke, auf denen sich die Natur entfalten darf.
Angefangen hat alles in Ersingen und Bilfingen, heute hat Erich Roth hundert Grundstücke, auf denen sich die Natur entfalten darf. Foto: Stefan Friedrich

Das war in dem Moment, „als ich bemerkt habe: die Wilferdinger Höhe ist zum Gewerbegebiet geworden und an einem Grundstück wurden an einem Samstag alle mindestens 80 bis hundert Jahre alten Bäume gefällt“, sagt Roth.

Er kam mit den Arbeitern ins Gespräch und erkundigte sich, wer denn diesen Auftrag erteilt habe. „Das wussten die nicht.“ So gab es keinen Verantwortlichen, dem er hätte mitteilen können, was er damals schon gesehen hat: „Man hätte bei dem Parkplatz mindestens vier oder fünf Bäume stehen lassen können, das hätte ganz toll ausgesehen, aber die haben lieber später neue Bäume gepflanzt.“

Ihm selbst sei damals klar geworden, dass er Grundstücke kaufen muss, um sie der Natur zu überlassen. In Pforzheim seien diese aber sehr teuer gewesen. „Das konnte ich mir nicht leisten.“ Anders als in Ersingen und Bilfingen. Über eine Annonce wurde er aufmerksam, dass dort Grundstücke veräußert werden. „Also habe ich mir eines gekauft“, um dem Treiben auf der Wilferdinger Höhe zumindest etwas entgegensetzen zu können. Seither kauft er immer wieder Wiesengrundstücke, die ihm angeboten werden – mit einer klaren Vision: „Ich will das irgendwann zu einem echten Naturschutzgebiet machen.“

Beim Kommunalen Kino ist die Geschichte von Roth nicht unbemerkt geblieben. Unter dem Titel „Lebens(t)räume“ gibt es dort eine Filmreihe, die sich mit Fragen von Natur, Ernährung und Lebensentwürfen auseinandersetzt, sagt Winfried Thein, der seit zwölf Jahren diese Reihe betreut. Als der Film „Wildes Land – Rückkehr der Natur“ es ins Programm geschafft hat, mussten sie sofort an Erich Roth denken

„Er sammelt auch wildes Land und wurde schon als größter Grundstücksbesitzer in Pforzheim bezeichnet“, bemerkt Thein.

Insofern sei es naheliegend gewesen, Roth als Gesprächspartner zu diesem Film einzuladen, damit er von seinem Konzept und von seinen Ideen erzählen kann. Roth hat zugesagt.

Letztlich will er gerne Vorbild für andere sein, ohne jedoch seine Idee aufzudrängen. „Das dürfen die Leute entscheiden, ob sie das machen wollen.“ Er selbst mache das einfach so, wie er es eben könne, und das noch mindestens fünfzig Jahre, so lange will er noch leben, „und wenn jemand kommt und sagt, ich will das anders oder noch größer machen, dann finde ich das toll.“