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Polizei -  06.02.2026
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Der Respekt geht verloren: Immer mehr Übergriffe gegen Einsatzkräfte und Ordnungskräfte

Nie war es so gefährlich, Polizist oder Polizistin zu sein, oder Feuerwehrmann oder Rettungssanitäter oder Sozialamtsmitarbeiter oder Schaffner. Zuletzt musste diese Erfahrung ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz machen, der von einem Fahrgast bei einer Kontrolle totgeprügelt wurde.

Die Hemmschwelle zur Gewalt gegen Einsatzkräfte sinkt immer mehr. Ein alamierendes Signal.
Die Hemmschwelle zur Gewalt gegen Einsatzkräfte sinkt immer mehr. Ein alamierendes Signal. Foto: Ronny-stockadobe.com/ PZ-Collage

Ein Kommentar vom Geschäftsführenden Verleger Thomas Satinsky

Dieser mutmaßliche Totschlag hat die Republik mal wieder aufgerüttelt. Viele rufen nach härteren Strafen bei Übergriffen gegen Einsatzkräfte oder Menschen, die in der Öffentlichkeit ein Amt ausüben. Und etliche Zeitgenossen weisen auf die hohe Kriminalitätsrate von Migranten und EU-Ausländern hin. Zur Erinnerung: Der mutmaßliche Totschläger in der Regionalbahn war ein gebürtiger Grieche.

Nun hat diese Straftat nicht unbedingt etwas mit der Nationalität zu tun. Es handelt sich dabei eher um einen Exzess von Gewalt, die einen Familienvater tötete. Die Tat ist aber ganz besonders auch Ausdruck von Respektlosigkeit gegenüber Menschen, die einfach nur ihre Arbeit verrichten. Das wäre früher undenkbar gewesen. Man hatte Achtung vor Amtspersonen jeglicher Art.

Heute sind Uniformträger und Rettungskräfte immer häufiger ein Feindbild. Traurige Beispiele sind Gewalttaten bei Kontrollen, Identitätsfeststellungen oder Unfall-Hilfsdiensten. Es beginnt meist mit Pöbeleien und verbalen Beleidigungen und steigert sich bis hin zu körperlicher Aggressivität. Ganz zu schweigen von Demonstrationen, bei denen die Polizei mit Pyrotechnik und Steinen angegriffen wird.

Die Hemmschwelle zur Gewalt sinkt immer mehr. Zumal Ordnungskräften häufig die Hände durch restriktive Auslegung von Gesetzen gebunden sind. Denn setzen Polizei oder Sicherheitskräfte Gewalt ein – und sei es auch nur zur eigenen Verteidigung – , wirft man ihnen sofort unangemessene Brutalität vor. Von Seiten der Justiz fühlen sich Amtspersonen nicht selten im Stich gelassen. Bis Täter tatsächlich hinter Gitter wandern, zu saftigen Geldstrafen verurteilt werden oder im Falle von Ausländerkriminalität tatsächlich abgeschoben werden, vergeht viel Zeit.

Potenzielle Täter wissen das. Sie scheren sich auch aufgrund der Nachsichtigkeit deutscher Gerichte einen feuchten Kehricht um Strafandrohungen, die dann doch nicht durchgesetzt werden. Auf diese Art und Weise wird der Boden bereitet für Hass und Hetze gegenüber dem Staat und seinen Vertretern. Eine brisante Entwicklung in einer Gesellschaft, die sich dann hilflos fühlt, hilflos fühlen muss. Die politischen Auswüchse sieht man an den Wahlergebnissen. Der Hang zum Extremen wächst. Das ist verheerend für unsere Demokratie.