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Birkenfeld -  07.10.2026
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Diebstahl, Flucht und Autorennen: Kriminelles Quartett zeigt Reue vor Jugendschöffengericht

Birkenfeld/Pforzheim. Diebstahl, Flucht und Autorennen: Jugendschöffengericht verhandelt spektakulären Fall.

Amtsgericht Landgericht Pforzheim
Der Fall wird vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe verhandelt. Meyer Foto: Pforzheimer Zeitung

Es hört sich an wie in einem schlechten Film: Jugendliche und junge Erwachsene versuchen in Birkenfeld, nahe dem Friedhof, einen Zigarettenautomaten zu knacken. Sie benutzen dazu eine Brechstange und einen Winkelschleifer. Durch das laute Geräusch der Flex wird ein Nachbar auf die Tat, die mittlerweile über eineinhalb Jahre zurückliegt, aufmerksam. Er alarmiert die Polizei. Als sich dem Beamten mit Martinshorn und Blaulicht der Szenerie nähern, schlägt die erwachsene Schwester, die Schmiere steht, Alarm. Sie warnt ihre zwei jugendlichen Brüder – alle mit türkischen Wurzeln und einen Iraker via WhatsApp. Dazu hatten die vier kurz zuvor eine entsprechende Gruppe gegründet. Die Frau selbst schafft es nicht mehr ins Fluchtauto, versteckt sich in der Umgebung. Während sich der Iraker, der das Auto mit einem falschen, aufgeklebten Kennzeichen, die anderen Insassen ebenfalls an Bord, ein wildes Autorennen mit der Polizei liefert und vom Tatort flüchtet.

Wildes Autorennen

Die Raserei führt durch mehrere Einbahnstraßen – in entgegengesetzter Richtung. Ein Baum samt Umzäunung wird für rund 2000 Euro beschädigt. Schließlich stoppt die wilde Fahrt durch einen geplatzten linken Vorderreifen abrupt. Das Ende markiert ein touchierter Bordstein, der der Raserei und der Flucht ein jähes Ende setzt. Die Tat, die am Zigarettenautomaten einen Schaden von über 200 Euro verursachte, wurde nun vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Pforzheim verhandelt. Nun musste sich das kriminelle Quartett im heutigen Alter von 26 bis 17 Jahren vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Stephanie Gauß wegen schweren versuchten Diebstahls, Sachbeschädigung und vielem mehr verantworten. Der Fahrer ebenso wegen seines Autorennens, Gefährdung im Straßenverkehr, Fahrerflucht und etliches mehr. Dem türkischstämmigen Geschwisterteil konnte eine Mittäterschaft nachgewiesen werden. In Tresoren fand die Polizei zudem Betäubungsmittel und bei der Hausdurchsuchung auch Waffen – ein Taschenmesser hatte ein Jugendlicher bei der Tat dabei. Dass die Drogen von einem Freund vergessen wurden, dem schenkte die Staatsanwaltschaft keinen Glauben.

Gewissensbisse vor Urteil

Der Fahrer, der das Geld des Automatenaufbruchs offenbar dafür nutzen wollte, um Geld aus einem gerichtlichen Geldwäscheverfahren zurückzuzahlen, wurde zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt, ebenso muss er für drei Monate auf seinen Führerschein verzichten, 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, deliktorientierte Gespräche führen und auch zur Schuldnerberatung. Die Mittäter wurden verwarnt, leisten Arbeitsstunden, zahlen 800 beziehungsweise 600 Euro. Die gesamte Truppe hatte Reue gezeigt, Geständnisse abgelegt, was viele Aussagen von Zeugen ersparte. „Ich will ein besserer Mensch werden. Ich bereue es.“ Und: „Es war mein erstes und letztes Mal“, so einige Zitate der Beschuldigten, die alle in Pforzheim leben, kurz vor der Urteilsbegründung. Bis auf die zur Tatzeit erwachsene Frau, die auch die Gerichtskosten zu tragen hat, wurden alle nach Jugendstrafrecht verurteilt.

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