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Enzkreis -  25.08.2026
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Diebstahl und Sachbeschädigung: Neun Monate auf Bewährung für 29-Jährigen

Enzkreis/Pforzheim. Ein 29-jähriger Deutscher aus dem östlichen Enzkreis wurde vor dem Amtsgericht Pforzheim von Richterin Pauline Bublies zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Ebenso muss der Mann, der aufgrund einer Psychose vermindert schuldfähig ist, 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Damit schloss sich die Richterin den Anträgen von Staatsanwalt Andreas Steiner und Verteidigerin Susanne Burkhardt an. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, da alle Beteiligten auf Berufung und Revision verzichteten. Der Verurteilte, der bisher strafmäßig eine blütenweiße Weste hatte, wurde wegen Diebstahls in vier Fällen und einem weiteren versuchten Fall samt Sachbeschädigung verurteilt.

Justizia im Gegenlicht
Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht in Pforzheim. Foto: Arne Dedert/dpa

Durch gewaltsames Aufdrücken einer Glastür hatte sich der Deutsche, der sich vor Gericht nicht nur geständig, sondern auch Reue zeigte und sich bei Zeugen entschuldigte, Zutritt zu einer Metzgerei im östlichen Enzkreis verschafft. Und verschiedene Lebensmittel aus Regalen und Kühltheken im Wert von 20 Euro mitgehen lassen. Bei Bargeld wurde der nun Verurteilte nicht fündig und auch die Fertigungshalle verließ der Dieb unverrichteter Dinge. Nur einen Tag später machte sich der Mann mit demselben Tatwerkzeug an einem Parkautomaten in Mühlacker zu schaffen. Doch es gelang ihm nicht diesen zu knacken. Er hinterließ einen Sachschaden von rund 4800 Euro. In derselben Nacht im Februar 2026 hebelte der Mann, der mit zwölf Geschwistern, darunter drei Stiefgeschwister aufgewachsen ist, das Staufach eines abgestellten Leichtkraftrads in der Senderstadt auf. Er wurde fündig, klaute einen Marken-Steckschlüsselkasten, hochwertige Motorradhandschuhe und 20 Euro.

Als Notgroschen deponiert

Diese hatte der Fahrer dort als Notgroschen für seine Rollerfahrten deponiert. Dass etwas mit dem Mann nicht stimmt, fiel einer Kripobeamtin schon Stunden zuvor auf. Denn er hatte aus dem Krankenhaus bei der Polizei angerufen und wollte sich von dieser nach Hause fahren lassen. „Es ist eher ungewöhnlich, dass man sich von Polizeibeamten heimfahren lassen möchte, weil man mittellos ist und nicht gut zu Fuß“, so die Beamtin im Zeugenstand. Wenig später tauchte der 29-Jährige beim Polizeirevier in Mühlacker auf und forderte Essen und Getränke. „Ich habe Durst und Hunger“ soll der Mann gesagt haben. „Das fand ich schon dreist“, so die Zeugin vor Gericht. „Wir sind weder die Sozialstation noch ein Kiosk“, hatte die Polizistin dem Mann gesagt. Wenig später hatte sie erneut wegen Diebstahls mit ihm zu tun. Auch in Pforzheim war der Mann Polizisten nicht nur wegen Klauens aufgefallen. „Ihm gehört Pforzheim. Er ist Millionär, wenn wir etwas brauchen, dann sollen wir uns bei ihm melden“, gab ein Polizist vor Gericht einen Dialog mit dem Mann wieder. Auch war der bisher unbescholtene Mann nach den Diebstählen – dazu gehörte auch ein Kiosk in Mühlacker, nur deshalb in Untersuchungshaft gekommen, weil er angab, in Spanien zu leben und dort eine Frau zu haben.

Doch auch dies entspricht nicht den Tatsachen, denn tatsächlich ist der Mann ledig und hat überhaupt keine Kontakte ins Ausland. Diese Fantasien zur Tatzeit sind alle seiner psychischen Erkrankung geschuldet, wofür sich der vor Gericht völlig unauffällige Mann, der sich nicht mehr an alles erinnern konnte, ebenfalls entschuldigte. Richterin Bublies sind nun nicht nur eine familiäre Anbindung, sondern auch medizinische Unterstützung, Kontrollen und ein Bewährungshelfer wichtig. 

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