Gemeinden der Region
Engelsbrand -  16.09.2021
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Engelsbrand: Schnelles Internet in Sicht

Engelsbrand. Auf die Datenautobahn wartet die Gemeinde Engelsbrand schon geraume Zeit. Der erste große Schritt tat sich bereits im November 2019. Das Unternehmen BBV (Breitbandversorgung) Rhein Neckar stellte dem Gremium seine Pläne vor: Ausnahmslos alle Haushalte sollten mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden. Und das zeitnah, bis zum Frühsommer 2021 – hieß es zumindest. Nun sind die Rohre bereit, doch die Baumaßnahme dauert noch immer an. „Wir möchten das schnelle Internet unbedingt, aber die Geschwindigkeit der Baumaßnahmen lässt einfach zu wünschen übrig“, so Bürgermeister Thomas Keller im Rahmen der Gemeinderatssitzung.

Von BBV wurde eine Stellungnahme zu der Verzögerung verlangt. So standen Projektkoordinator Bernd Henkel und Geschäftsführer Frank Bonnemeier dem Gremium am Mittwoch Rede und Antwort. „Die Ausführung unserer Baufirma wird nicht zu unserer Zufriedenheit ausgeführt“, sagte Henkel zu der Verzögerung. Aus diesem Grund greife die BBV nun ein und nehme etwa die Maßnahmen in Grunbach selbst in die Hand. In dem Teilort sei der Tiefbau bereits abgeschlossen, lediglich die Deckschicht müsse noch aufgetragen werden. Außerdem stehe das Einblasen der Glasfaserkabel an, was die BBV ohne Subunternehmen erledigen möchte.

Probleme habe es zudem vonseiten des Landratsamts wegen der Querung eines Abflussgrabens bei der alten Feuerwehr gegeben. Eine Einigung liege laut Henkel nun aber vor und der Einbau des „Backbone“ solle in ein bis zwei Wochen fertiggestellt sein.

„Wir als BBV müssen wir uns entschuldigen, dass es so gelaufen ist“, sagte Henkel: „Bei der Kommunikation zur Bürgerschaft soll sich massiv etwas ändern.“

Überwachung der Baufirmen

Im nächsten Schritt, wie Bonnemeier berichtete, „wird unmittelbar der Asphalt aufgetragen und die Glasfaser in Grunbach werden eingeblasen“. Was die Räte quer durch alle Fraktionen interessiert: Wann werden alle Haushalte angeschlossen sein? Henkel versichert: „In sechs bis acht Wochen wollen wir voraussichtlich fertig sein.“

Stadtrat Werner Widmann (CDU) erkundigt sich nach der Erreichbarkeit des Unternehmens bei Fragen, da „sich laut Aussagen von Bürgern bei Anrufen oft nichts getan hat.“ Die BBV habe sein Call-Center erweitert und jeder Anruf werde dokumentiert und bearbeitet, hieß es dazu. Gemeinderat Artur Beffert (SPD und Bürgerliste) fragte, ob die BBV „auch wirklich Herr der Lage ist und die Baufirmen überwacht werden“. Eine wöchentliche Kontrolle würde laut Henkel stattfinden. „Aber wir werden jetzt selbst eingreifen, um das Projekt zu Ende zu bringen“, versicherte der Projektkoordinator abschließend.

Etwa 250 Hauhalte wären bereits angeschlossen und für das schnelle Internet bereit. Auch alle anderen Engelsbrander werden bald von den Vorzügen des Gigabit-Zeitalters profitieren – vorausgesetzt, es kommt zu keinen weiteren Verzögerungen mehr.

Autor: Lena Knöller