Gemeinden der Region
Engelsbrand -  09.12.2021
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Enormer Platzmangel: In Engelsbrand soll ein neuer Naturkindergarten entstehen

Engelsbrand. Voraussichtlich ab April kommenden Jahres gibt es keine freien Kindergartenplätze mehr für Kinder über drei Jahre in allen drei Einrichtungen der Gemeinde Engelsbrand. „Um die Zukunft des Kindergarten-Standorts Engelsbrand zu sichern und gute Rahmenbedingungen zu schaffen, sind neue Betreuungsplätze zwingend notwendig“, verdeutlichte Bürgermeister Thomas Keller.

Das Thema intensiv vorberaten hatte bereits mehrfach der Ausschuss für Familie, Bildung und Soziales. Mit dem Ergebnis, dass es in Engelsbrand künftig einen Naturkindergarten geben soll. „Naturkindergärten stärken und stabilisieren die kindliche Entwicklung in besonderer Weise“, so die Empfehlung des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS). Diese Einschätzung ist Keller zufolge zudem deckungsgleich mit zahlreichen Anfragen von Familien im Rahmen der Bedarfsumfrage 2021. „21 Familien wünschen sich ein solches Konzept in Engelsbrand“, so der Bürgermeister. Zudem mache ein solches Angebot die Gemeinde für junge Familien noch attraktiver. Im bislang ausstehenden Haushaltsplan für das kommende Jahr 2022 sollen 235.000 Euro eingeplant werden, teilte die Verwaltung mit. Die Personalkosten schlagen voraussichtlich mit rund 101 000 Euro jährlich zu Buche. Geplant ist zunächst Platz für 20 Kinder. Die Gemeinde kann für 20 Kinder einen finanziellen Zuschuss über den kommunalen Finanzausgleich in Höhe von etwa 39 000 Euro bekommen. Laut Gemeinderat Thomas Kautz (Lebenswertes Engelsbrand) sei das Konzept grundsätzlich sehr sympathisch. Er fragte jedoch, ob es nicht eine günstigere Alternative gebe. Gemeinderat Klaus Supper (SPD und Bürgerliste Engelsbrand) stellte die gleiche Frage. Vor allem, da der Haushaltsplan für 2022 noch nicht vorliege. Als Befürworter aufgrund des ökologischen Ansatzes für den neuen Kindergarten zeigte sich Grüne Liste-Gemeinderat Wolfgang Reich. „Das ist ein tolles Projekt“, sagt er. Schließlich mahnte SPD und Bürgerliste Engelsbrand-Gemeinderat Christian Fruhner, dass man nicht an den Wünschen der Eltern vorbeiplanen solle. „Ob der Naturkindergarten am Ende ein Trabbi oder ein Mercedes wird, kann man dann sehen. Aber wir müssen etwas anbieten“, sagte er und erhielt Unterstützung von Lebenswertes Engelsbrand-Gemeinderat Alexander Mekyska: „Es geht jetzt um die Vorarbeit“, sagte er. Was, in welchem Umfang gemacht werden könne, werde man dann sehen. Schließlich stimmte das Gremium bei einer Enthaltung dafür, einen Naturkindergarten anzugehen und die Haushaltsmittel für 2022 einzuplanen.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt