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Pforzheim -  07.06.2026
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Enzberg besiegelt Kreisliga-Rückkehr

Pforzheim. FC Viktoria besiegt Calmbach im Aufstiegsspiel 6:4 nach Elfmeterschießen und spielt künftig wieder in der höchsten Klasse des Fußballkreises.

Über 120 Minuten lieferten sich Calmbach (links Marc Mann) und Enzberg (rechts Luka Jakobsen) ein Duell auf Augenhöhe.
Über 120 Minuten lieferten sich Calmbach (links Marc Mann) und Enzberg (rechts Luka Jakobsen) ein Duell auf Augenhöhe. Foto: Ralf Becker

Am Ende ist es Enzbergs Kapitän Nils Westermann, der das Spiel mit dem letzten Elfmeter seines Teams entscheiden kann. Die ganze Saison auf seinem Fuß, zielt er rechts flach ins Eck, dann zappelt der Ball im Netz. Der Jubel ist riesig, Fans und Spieler stürmen auf den Platz. Westermann selbst sagt hinterher lässig: „Ich hab‘ den öfter schon so geschossen, links ein bisschen antäuschen und dann zack schön rechts rein.“ Mit Blick auf den Jubel um ihn erklärt er: „Jetzt sieht man auch, was für ein Druck hier abgefallen ist.“

Die Emotionen entspringen einem Relegationsspiel, das beide Mannschaften zittern lässt. Das ist auch bei den etwa 800 Fans zu spüren, die mit Trommeln und Sprechchören ihre Teams unterstützen. Schließlich ist klar, der Gewinner des Spiels steigt in die Kreisliga auf. Am Ende gewinnt der FC Viktoria Enzberg das Duell der Kreisklasse-A-Zweiten auf dem Platz von Fatihspor Pforzheim mit 6:4 nach Elfmeterschießen gegen den 1. FC Calmbach.

Beide Teams gehen offensiv ins Spiel. Calmbach startet besser, doch die erste gute Chance hat Enzberg: Nach knapp einer Viertelstunde zieht Martin John im Strafraum ab und trifft die Latte. In der 19. Minute setzt sich Calmbach auf dem Flügel durch, bei der Flanke hält Onur Köymen den Fuß hin und lenkt den Ball zum 1:0 ins kurze Eck. Nur drei Minuten später spielt Enzberg eine Ecke flach aufs kurze Eck zu Oliver Rolle, der zum 1:1 verwandelt.

Nach dem Ausgleich ist Enzberg etwas besser im Spiel. In der 27. Minute trifft Christofer Stoll den Pfosten. Zehn Minuten vor der Halbzeit schlägt Calmbachs David Fehr eine Ecke, die Zeljko Malcic volley ins Tor schießt. Zur Pause steht es 2:1 für Calmbach.

Enzberg antwortet wieder schnell: In der 49. Minute dribbelt Luka Jakobsen durch die FCC-Abwehr und erzielt mit einem präzisen Schuss den 2:2-Ausgleich. Zunächst bleibt das Spiel ausgeglichen, im letzten Drittel der regulären Spielzeit wird es noch mal heiß: Oliver Rolle trifft für Enzberg erneut den Pfosten, auch Calmbach hat gute Möglichkeiten, ein Abschluss von Fehr verfehlt knapp das Tor (90.). In der Nachspielzeit scheitert Jakob Eckstein im Eins-gegen-eins an FCC-Torwart Predrag Markovic. Somit geht es in die Verlängerung. Calmbach kann sich kaum Chancen erarbeiten. Der FC Viktoria läuft immer wieder an, verwandelt die Möglichkeiten jedoch nicht.

Der Schlagabtausch auf Augenhöhe endet somit im Elfmeterschießen. Enzbergs erster Schütze Oliver Rolle scheitert an Markovic. Die beiden nächsten Schützen, Calmbachs Marc Mann und Enzbergs Marvin John, treffen. Der noch A-Jugendliche Efe Can Aydinoglu schießt vorbei, dann bringt Ben Taube die Viktoria erstmals in Führung. Eleftherios Tsakiris schießt den Ball über die Latte – nun ist Enzberg im Vorteil. Nachdem Jakob Eckstein für die Viktoria und Andrej Kovacevic für Calmbach getroffen haben, ist es Westermann, dessen Schuss das Spiel beendet und den Enzberger Aufstieg besiegelt. Blau-schwarze Rauchbomben werden gezündet, die Mannschaft jubelt. Seit Saisonbeginn ist Enzberg unter Druck, die Mannschaft stieg vergangene Saison ab. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man direkt wieder aufsteigt“, sagt Trainer Simon Roller. „Unser Kopf war nie unten, weil wir um unsere Qualität wussten.“

Westermann sagt: „Jeder hat sich die ganze Saison über dafür jede Woche den Arsch aufgerissen. Wir haben es uns verdient.“

Während die Enzberger jubelten, herrschte bei den Calmbachern große Enttäuschung. „Das ist bitter. Elfmeterschießen ist Glücks- und Nervensache“, sagt der FCC-Vorsitzende Michael Herder. Marc Mann, Calmbachs Kapitän und Co-Trainer, findet es „brutal hart, dass wir es nicht geschafft haben“. Chancen, das Spiel zu entscheiden, sieht Mann auf beiden Seiten – im Elfmeterschießen „war der Gegner dann cooler, trotz des Rückstands am Anfang“. Auch Trainer Erkan Aydinoglu verweist darauf, wie gut sein Team mitgehalten habe. „Phasenweise waren wir auch die bessere Mannschaft.“ Ungeachtet des unglücklichen Saisonausgangs ist man beim 1. FC Calmbach sehr zufrieden mit der Spielzeit 2025/26.

„Wir haben eine super Saison gespielt“, so Herder.

„Ziel war Platz zwei bis fünf.“ Den Aufstieg hätte man gern klargemacht, nun wird man versuchen, auch nächste Saison eine gute Rolle zu spielen. Herder: „Wir werden wieder angreifen.“