Enzkreis und PreZero: Gibt es eine Vertragsstrafe für den Müllentsorger?
Enzkreis. Die Gerüchteküche brodelt seit Tagen, weshalb die Redaktion der „Pforzheimer Zeitung“ sowohl bei der Pressestelle des Landratsamts Enzkreis als auch bei Pressesprecher Boris Ziegler vom Entsorgungsunternehmen PreZero konkret nachfragte: Was ist dran, dass die Firma vom Auftraggeber eine Vertragsstrafe in Höhe von 25.000 Euro aufgebrummt bekommen hat?
Auf beiden Seiten hält man sich indessen bedeckt.
Jürgen Hörstmann von der Pressestelle des Landratsamts antwortet: „Angelegenheiten wie eine Vertragsstrafe sind grundsätzlich nichtöffentlich, weshalb wir das weder bestätigen noch dementieren.“
Boris Ziegler von PreZero äußert sich ähnlich: „Zu rechtlichen Sachverhalten nehmen wir öffentlich grundsätzlich keine Stellung.“
Vielmehr, so Ziegler, in seinem Schreiben an die Redaktion, „wollen wir uns darauf konzentrieren, eine möglichst optimale und stabile Dienstleistung für die Menschen im Enzkreis sicherzustellen“.
Große Probleme im Winter
Tatsächlich ist das wohl auch notwendig: Von Dezember auf Januar hatte es volle zwei Monate lang enorm bei Personal und Fahrzeugen geklemmt. Der zunächst zu hörende Hinweis, es gebe witterungsbedingte Probleme, hatte im weitestgehend schnee- und eisfreien Enzkreis nicht recht verfangen wollen. Aufgebrachte Kunden hatten sich in großer Zahl gemeldet, dass es große Rückstände bei der Leerung schwarzer und brauner, schließlich auch gelber, grüner und blauer Tonnen gebe. Praktisch jede Abfallfraktion war zumindest zeitweise von Engpässen und Rückständen betroffen. Einzelne Kunden berichteten seinerzeit der Redaktion, dass es zum Teil Versäumnisse von über einem Monat gegeben habe. Nachdem sich die Kritik zum offenen Protest ausgeweitet hatte, reagierte man bei den Verantwortlichen.
Besserung angekündigt
PreZero gelobte Besserung und kündigte einen strukturierten Optimierungsprozess an, um im Enzkreis wieder eine verlässliche Leerung sicherzustellen. Tatsächlich konnten viele Kunden beobachten, wie sich das Leerungsverhalten im Lauf des Februars insgesamt deutlich besserte. Allerdings hatte es noch im Januar einzelne Kreisräte gegeben, die den Enzkreis öffentlich ermunterten, gegen PreZero eine Vertragsstrafe zu verhängen und mit dem Firmenmanagement den kritischen Dialog zu suchen.
Hierzu schreibt Jürgen Hörstmann vom Landratsamt: „Das angekündigte Gespräch zwischen Landrat und Geschäftsführung von PreZero hat stattgefunden. Es wurden Maßnahmen zur Qualitätssicherung vereinbart.“
