Gemeinden der Region
Enzkreis -  14.09.2020
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Gewerbegebiet Klapfenhardt: Pforzheimer Naturschützer setzen nun auf Einsicht

Pforzheim. Ein dreiviertel Jahr lang, 16-Mal stiefelten sie durch Klapfenhardt, erfassten Arten, sammelten Argumente, suchten - erfolgreich - Verbündete: Gerhard Vögele, ausgewiesener Natur-Experte und Träger der Bürgermedaille, und der Biologe Bernhard Landmesser. Für sie (wie für viele Mitstreiter) war und ist klar: Auf diesen, von FFH-Gebieten umgebenen rund 50 Hektar nördlich der Autobahnanschlusstellle Pforzheim-West hinüber Richtung Ispringen darf kein Gewerbegebiet enstehen. Dieser Tage haben Vögele und Landmesser in einem mehrseitigen Schreiben an OB Peter Boch und Umweltdezernentin Sibylle Schüssler ihre Position erneut dargelegt.

Gerhard Vögele (links) und Bernhard Landmesser reden in einem Brief OB Peter Boch und Umweltbürgermeisterin Sibylle Schüssler in Sachen Klapfenhardt noch einmal ins Gewissen. Foto: Moritz
Gerhard Vögele (links) und Bernhard Landmesser reden in einem Brief OB Peter Boch und Umweltbürgermeisterin Sibylle Schüssler in Sachen Klapfenhardt noch einmal ins Gewissen. Foto: Moritz

Sie bitten die kommunalen Weichensteller - der entscheidende Souverän ist letztlich der Gemeinderat -, „dieses ökologisch wertvolle Gebiet der EU als zusätzliches FFH-Gebiet zu melden und von einer Erschließung des Klapfenhardt-Walds abzusehen“. Dass der Klageweg eingeschlagen würde, falls Boch sich durchsetzt mit seiner forschen Formulierung, er werde „nach Kapfenhardt marschieren“ (so in seiner ersten Neujahrsansprache als Stadtoberhaupt im Jahr 2018), wäre nur folgerichtig.

Doch Vögele und Landmesser haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ihre Argumente verfangen, der Protest Wirkung zeigt und „positive Voten zu Klapfenhardt nach heutigem Stand weder vom Regionalverband noch vom Nachbarschaftsverband zu erwarten“ seien. Zudem lehnten die Gemeinden Ispringen und Kämpfelbach ein Gewerbegebiet im Klapfenhardt-Wald ab. Ende des Monats werden hinter verschlossenen Türen den Parteien und Gruppierungen Gutachten vorgelegt - dann wird sich weisen, wohin das politische Pendel ausschlägt. Darüber hinaus soll es am 13. Oktober erneut einen „Runden Tisch“ geben.

Mehr lesen Sie am Dienstag, 15. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: ol