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Enzkreis -  23.02.2021
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Hausschweine wirkungsvoll schützen: Landratsamt Enzkreis informiert in Online-Veranstaltung

Pforzheim/Enzkreis. Anlässlich einer Online-Informationsveranstaltung hat das Enzkreis-Landratsamt am Dienstagvormittag zu aktuellen Aspekten der Landwirtschaft Stellung genommen.

Landwirtschaftliche Betriebe mit Auslaufhaltungen müssten den potenziellen Kontakt zu Wildschweinen wirkungsvoll unterbinden. ASP sei eine hochansteckende Seuche. Symbolbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Willnow
Landwirtschaftliche Betriebe mit Auslaufhaltungen müssten den potenziellen Kontakt zu Wildschweinen wirkungsvoll unterbinden. ASP sei eine hochansteckende Seuche. Symbolbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Willnow

Nach der Begrüßung durch die neue Leiterin des Landwirtschaftsamts, Petra Rauch, ging Walter Horlacher vom Veterinäramt auf die Afrikanische Schweinepest (ASP), das EU-Tiergesundheitsrecht, betriebliche Tierwohl-Eigenkontrollen und die Freilandhaltung von Legehennen ein. Michael Mauer vom Landwirtschaftsamt hielt einen Vortrag zum Pestizidverbot in Naturschutzgebieten. Annett Marx vom Landwirtschaftsamt erläuterte umfassend Neuigkeiten im Zusammenhang des Verfahrens zum Gemeinen Antrag. Aufgerufen wurde ferner zur Teilnahme an der Umfrage zum Stand der Digitalisierung der Landwirtschaft. Hinsichtlich des neuen Insektenschutzgesetzes sagte Rauch, dass das Kabinett hierzu die Eckpunkte zwar festgelegt habe, aber eine parlamentarische Endberatung erst noch anstehe. Horlacher nahm das neue EU-Tiergesundheitsrecht mit dem Animal Health Law (AHL) in den Blick. Dieses neue Recht trete am 21. April in Kraft und schaffe mehr Einheitlichkeit und Klarheit.

Bislang gebe es in Deutschland 400 Einzelrechtsakte und demgemäß einen Mangel an einer strategiehaften Ausformulierung. Der Trend gehe von der Bekämpfung von Krankheiten und Seuchen hin zur Vorbeugung. Dies gelte insbesondere für die ASP. Diese sei mittlerweile in drei Hotspot-Grenzgebietsregionen zu Polen in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen präsent. Eine Übertragung auf Hausschweine habe es in Deutschland noch nicht gegeben. Das primäre Ziel sei, so Horlacher, die weitere Ausbreitung zu unterbinden. Landwirtschaftliche Betriebe mit Auslaufhaltungen müssten den potenziellen Kontakt zu Wildschweinen wirkungsvoll unterbinden. ASP sei eine hochansteckende Seuche. Ausgewählte Zahlen dazu finden sich in den Info-Kästen in diesem Artikel. Michael Mauer unterstrich, dass Öko-Vorgaben wichtig seien, aber auch auf ihre Sinnhaftigkeit im konkreten Fall hin hinterfragt werden müssten. Ein komplettes Verbot von Spritzmitteln in den Steilhang-Weinlagen oberhalb der Enzschlingen zwischen Mühlhausen und Roßwag mache keinen Sinn, wenn dies dazu führe, dass die Bewirtschaftung eingestellt werde. Das dortige Naturschutzgebiet solle schützen, was durch eine zu strikte Auslegung verschwinden könnte. Auch gehe es um Ausnahmen für Winzer, deren Flächen nahezu ausnahmslos in Schutzgebieten liegen würden.