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Enzkreis -  12.10.2026
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"Heldenfrühstück" im Consilio in Mühlacker: Wer Angehörige pflegt, braucht manchmal selbst Hilfe

Enzkreis. Sie kümmern sich täglich um andere und stoßen dabei oft an ihre Grenzen. Beim "Heldenfrühstück" im Consilio in Mühlacker erzählen Betroffene, was ihnen fehlt.

Beim „Heldenfrühstück“ geht es um einen Moment der Entspannung, aber auch um den gegenseitigen Austausch, bei dem Sozialdezernentin Katja Kreeb (links sitzend) und PZ-Chefreporter Alexander Heilemann (stehend) zuhören.
Beim „Heldenfrühstück“ geht es um einen Moment der Entspannung, aber auch um den gegenseitigen Austausch, bei dem Sozialdezernentin Katja Kreeb (links sitzend) und PZ-Chefreporter Alexander Heilemann (stehend) zuhören. Foto: Friedrich

Pflegende Angehörige sind die heimlichen Helden der Gesellschaft, weil sie einen oftmals unterschätzten und zudem vielfach übersehenen Dienst leisten, den der Staat selbst nicht mehr auffangen könnte. Mit dem „Heldenfrühstück“ setzt die AOK Nordschwarzwald deshalb ein Zeichen der Wertschätzung, das vom Enzkreis und der „Pforzheimer Zeitung“ unterstützt wird. Zuletzt trafen sich am Samstagvormittag Betroffene im Consilio in Mühlacker, um sich auszutauschen und Gedankenanstöße zu geben, in welchen Bereichen sich ihre Situation verbessern ließe.

„Das ‚Heldenfrühstück‘ ist aus dem Gedanken entstanden, dass wir den Blick auch auf die pflegenden Angehörigen richten wollten“, betonte die Sozialdezernentin des Enzkreis, Katja Kreeb, in diesem Rahmen. Der größte Teil der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werde nämlich zu Hause betreut, in den meisten Fällen sogar von Angehörigen selbst. „Wenn es das nicht gäbe, wäre unser jetziges Pflegesystem, das eh schon etwas wackelt, schon längst am Ende, und das ist keine Floskel: Das ist tatsächlich auch im Enzkreis so.“ Im Wissen darum, wie wichtig dieses Thema also ist, ist letztlich auch das Format des „Heldenfrühstücks“ entstanden, das die PZ nachhaltig unterstützt, so Chefreporter Alexander Heilemann. „Einen Angehörigen zu Hause zu pflegen, ist eine Riesenkraftanstrengung, und deshalb ist sehr wichtig, dass Sie hier heute eine kleine Auszeit haben können“, rief er den Besuchern zu. Heilemann weiß aus seiner eigenen Familie, wie stark man dabei eingespannt sein kann. Das „Heldenfrühstück“ biete insofern die Möglichkeit, „sich zumindest für eine kurze Zeit zurückzulehnen und entspannen zu können.“

Der Enzkreis will Betroffene auch darüber hinaus unterstützen – egal ob es um Kinder mit Behinderung geht oder um Söhne und Töchter, die abends nach der Arbeit noch bei den Eltern vorbeischauen und nach dem rechten sehen. „Das ist eine ganz große Leistung“, weiß Kreeb. Insofern ist das „Heldenfrühstück“ auch aus Sicht des Enzkreises ein wichtiger Moment, in dem Betroffene ein paar Stunden mit anderen zusammen sein können, „von denen sie wissen, dass sie sich nicht erst erklären müssen, weil einfach verstanden wird, warum man selbst vielleicht gerade müde ist.“ Zugleich findet sie es wichtig, selbst zuzuhören, was die pflegenden Personen bewegt. Manchmal könne die Verwaltung bei Problemen sogar sofort helfen. „Da gibt es einige Entlastungsangebote, die gar nicht bekannt sind.“ Über solche Möglichkeiten frühzeitig informiert zu sein, sei jedoch wichtig, so Kreeb. Deshalb sollen die Pflegestützpunkte des Enzkreises den Bürgern auch dann schon beratend zur Seite stehen, wenn ein Pflegefall selbst noch gar nicht eingetreten ist.

Speziell der Gedanke, dass sie sich bei einem „Heldenfrühstück“ gegenseitig Hilfe geben können, wurde bei den Besuchern am Samstag geschätzt. Vielfach erleben sie zu Hause dieselben Probleme und sind nicht selten auch plötzlich mit einer Situation konfrontiert worden, die nicht einfach zu handhaben ist. Irina Mazilu-Eyaz ist eine von ihnen. „Menschen, die keine Berührungspunkte mit Pflege haben, wissen nicht, was das wirklich bedeutet“, sagte sie. Anfangs sei das eine komplette Überforderung. „Man wächst da zwar rein, aber es kommen auch danach immer wieder Herausforderungen, von denen man gar nicht wusste, dass sie kommen können.“ Umso wichtiger sei der Austausch mit anderen Betroffenen. Der Wunsch nach einem Sorgentelefon war in dem Zusammenhang zu hören. Andere erzählten von der Schwierigkeit zu handeln, wenn die Eltern zuvor keine Vollmacht ausgestellt haben oder wünschten sich eine bessere Verfügbarkeit von Kurzzeitpflegeplätzen, Kuren für pflegende Angehörige oder eine Plattform, auf der man sich austauschen kann.

Das nächste „Auszeit-Frühstück“ findet am Samstag, 7. November, von 10 bis 12 Uhr bei der AOK Nordschwarzwald, Simmlerstraße 3 in Pforzheim statt. Anmeldung bis 28. Oktober unter pflegestuetzpunkt@pforzheim.de oder (07231) 393800.

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