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Maulbronn -  12.02.2026
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In Maulbronn werden die vielen Aufgaben der Hospizbegleitung vorgestellt

Maulbronn. Die ambulante Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden, von Angehörigen und Trauernden ist eine Mammutaufgabe. Bereits das (in Nord-Süd-Richtung) von Sternenfels bis Heimsheim reichende Betreuungsgebiet des Ambulanten Hospizdienstes Östlicher Enzkreis lässt die enormen Anforderungen an dessen 38 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter erahnen. Koordinatorin Jutta Keber-Dluhosch referierte am Mittwochabend die Präsentation „Gesichter des Hospizdienstes – Mut und Zuversicht für neue Begegnungen“ in der gut besuchten Maulbronner Postscheuer.

Ist Würde im Alter wichtig: Margarete Gregori (von links), Sabine Maier, Dorle Förster, Referentin und Koordinatorin Jutta Keber-Dluhosch und Gerlinde Geiger, Vorstandsvorsitzende Leben im Alter.
Ist Würde im Alter wichtig: Margarete Gregori (von links), Sabine Maier, Dorle Förster, Referentin und Koordinatorin Jutta Keber-Dluhosch und Gerlinde Geiger, Vorstandsvorsitzende Leben im Alter. Foto: Frommer

Natürlich gehe es bei der Betreuung um Sterben, Tod und Trauer, sagte Keber-Dluhosch, aber sie unterstrich, dass auch das „Leben nicht außer Acht gelassen“ werden darf. Die Begrüßung der Gäste sowie die kurze Anmoderation lag bei Gerlinde Geiger, der umtriebigen Vorstandsvorsitzenden des Maulbronner Vereins Leben im Alter (LiA).

Der ambulante Hospizdienst nahm vor knapp 30 Jahren seine Tätigkeit nahe Mühlacker auf und wurde im östlichen Enzkreis schließlich 2008 offiziell gegründet. Möglich wurde dies, so Keber-Dluhosch weiter, durch Pionierinnen wie die britische Krankenschwester und Sozialarbeiterin Cicely Saunders (1918-2005) und die durch ihre Veröffentlichungen bekanntgewordene Schweizer Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross (1926-2004). Auch die ersten Hospiz- und Palliativgesetze förderten Entwicklung und Ausbau der Hospizdienste ab 2015.

„Die Würde und die Lebensqualität eines jeden Menschen liegt uns sehr am Herzen“, unterstrich Jutta Keber-Dluhosch unter Berufung auf Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Weitere Anforderungen an jede Sterbebegleitung seien außerdem „Empathie, Würde und Kommunikation“. Sie macht außerdem deutlich: „Aufgrund unserer lebensbejahenden Haltung schließen wir allerdings den assistierten Suizid aus“. Solche Gedanken seien aber immer ein sehr großer Hilferuf – und „natürlich kommen wir auch da zu einem Gespräch“.

Im weiteren Verlauf des informativen Abends berichteten die drei in der Maulbronner Postscheuer anwesenden Hospizbegleiterinnen Sabine Maier, Dorle Förster und Margarete Gregori von ihren Aufgaben und Erfahrungen. Sabine Maier aus Dürrmenz schilderte die individuelle und flexible Dosierung der Betreuung am Beispiel einer mehr als 90-jährigen Mutter, die während des Urlaubs ihrer Tochter sogar täglich von ihr und Kolleginnen besucht wurde.

Dorle Förster sagte: „Manchmal ist es nur das Dasein“. Sie betonte außerdem: „Die alten Lieder sind noch da – die werden von alten, eigentlich dementen Menschen sehr gerne gemeinsam mit den Betreuern gesungen“. Margarete Gregori aus Maulbronn erläuterte, dass die Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden erleichtert wird, wenn die Angehörigen über biografische Daten der zu Pflegenden informieren. „Das ist wichtig, um anzudocken – und kein Detail verlässt durch unsere Kenntnis den Ort der Betreuung“.

Der Ambulante Hospizdienst Östlicher Enzkreis bildet einmal im Jahr jeweils vier ehrenamtliche Hospizbegleiter aus. Eine Begleitung zu Hause kann durch einen einfachen Anruf begonnen werden. Wartezeiten, so versicherten alle fünf Damen unisono, gebe es nicht.

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