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Pforzheim -  30.05.2023
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Insolvenz-Verfahren abgeschlossen - Was wird aus Galeria Kaufhof Pforzheim?

Essen/Pforzheim. Für den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof endet mit Ablauf des 31. Mai 2023 das Insolvenzverfahren. Dies geht aus einem Beschluss des Amtsgerichts Essen hervor. Das Verfahren werde aufgehoben, nachdem die Bestätigung des Insolvenzplans rechtskräftig geworden sei, heißt es darin. Das heißt dann auch: Im Pforzheimer Warenhaus gehen endgültig die Lichter aus.

Galeria Kaufhof Schliessung
In Pforzheim muss man sich Gedanken machen, wie man den früheren Kundenmagneten Galeria Kaufhof sinnvoll und nachhaltig ersetzen kann, um die Innenstadt lebendig zu halten. Foto: Meyer

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern hatte Ende 2022 erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen und befindet sich in einem Sanierungsprozess, dem auch der Pforzheimer Standort zum Opfer fiel. Insgesamt waren es ein Drittel der zuletzt noch 129 Filialen. Die Gläubiger verzichten auf einen Großteil des Geldes, das ihnen der Warenhauskonzern schuldet. Nach früheren Angaben müssen die Lieferanten, Vermieter und sonstigen Gläubiger auf mehr als 1,3 Milliarden Euro verzichten. Und: Als CEO übernimmt Olivier van den Bossche nun das Ruder.

Der Pforzheimer Standort soll Ende Januar 2024 aufgegeben werden. Jetzt gilt es, das Galeria-Gebäude einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen, um entscheiden zu können, was mit der das Bild der City prägenden Immobilie geschehen soll. Ist der Aufwand für eine Umnutzung in ein modernes Multifunktionshaus zu hoch? Und wenn nicht, wer könnte dort handeln, Dienstleistungen anbieten und wohnen? Gibt es eine Zwischennutzung mit Pop-up-Stores und anderen Ideen?

Oder soll das Galeria-Kaufhof-Gebäude abgerissen und die Fläche völlig neugestaltet werden? Wer übernimmt dann den Aufbau? Und wie hoch ist die Gefahr, dass nach einem Abriss in bester City-Lage eine länger verwaiste Baugrube das innerstädtische Einkaufsleben prägt? Diese Fragen werden nun die Stadtverwaltung und Kommunalpolitik wohl für längere Zeit beschäftigen.

Autor: dpa/kin