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Schule -  29.06.2026
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Jugendkonferenz in Remchingen: Sicherheit, Bildung und Digitalisierung

Remchingen. An allen Tischen wird angeregt diskutiert. Die Vielfalt der Themen ist groß, der Austausch lebendig, manchmal ein bisschen emotional. Aber das darf auch so sein, denn an diesem Vormittag geht es am Remchinger Gymnasium um Fragen, die die Neuntklässler tatsächlich bewegen.

Schulsozialarbeiterin Sigrun Pohnke und Lehrerin Kathrin Wimmer (von rechts) tauschen sich mit den Schülersprechern über die Vorschläge der Neuntklässler aus.
Schulsozialarbeiterin Sigrun Pohnke und Lehrerin Kathrin Wimmer (von rechts) tauschen sich mit den Schülersprechern über die Vorschläge der Neuntklässler aus. Foto: Roller

Etwa um Frieden, Sicherheit, Bildung und Digitalisierung. Was sie bei der Jugendkonferenz besprechen, bleibt nicht hinter den verschlossenen Türen der Schule: Die Ergebnisse werden sowohl an das Rathaus und an den Gemeinderat als auch an die Landesregierung übermittelt. Im Herbst nehmen zwei Remchinger Schüler damit an der Landesjugendkonferenz teil.

„Die Jugendlichen sollen sehen, dass sie wirklich gehört werden“, sagt Lehrerin Kathrin Wimmer, die das vom Kultusministerium ausgerichtete Format betreut.

Die Schüler formulieren dabei klare Wünsche und Forderungen. Unter anderem wünschen sie sich ein Wahlrecht ab 14 Jahren bei Bürgerentscheiden, politische Bildung schon ab der siebten Klasse, besseres Internet an der Schule, mehr Aufklärung über künstliche Intelligenz im Unterricht, Hausaufgaben nur noch in den Hauptfächern und mehr Praktikumsplätze für Schüler. Zudem befürworten sie mehr Aufklärung über Kriege und Krisen, mehr Fortbildungen zu seelischer Gesundheit für Lehrer und mehr Zeit für politische und soziale Fächer. Als die Neuntklässler ihre Ergebnisse vorstellen, hören auch die Schülersprecher Mia, Dalia (beide 16) und Cederic (17) interessiert zu. Für sie ist das Format ebenfalls eine neue Erfahrung, für die sie allerdings äußerst dankbar sind. Denn sie finden es spannend, die Meinungen der Neuntklässler zu hören, ihre Wünsche und Ideen kennenzulernen. „Uns interessiert, wie sie zu den Themen stehen“, sagt Dalia, die die meisten Vorschläge für ziemlich vernünftig hält.

Cederic will nicht verschweigen, dass es anstrengend sein kann, mit so vielen Schülern zu arbeiten. Trotzdem macht es ihm allein schon deshalb großen Spaß, weil die Neuntklässler während ihrer Moderationen immer ruhig und aufmerksam sind.

Cederic glaubt: „Es kommt nochmal anders rüber, wenn ältere Schüler das vorstellen.“

In Remchingen ist man in Sachen Kinder- und Jugendbeteiligung aus Sicht der Schülersprecher schon auf einem ganz guten Weg, etwa durch den Achterrat oder durch das Kinder- und Jugendbüro. Dalia, Mia und Cederic sind überzeugt, dass Jugendliche eher motiviert sind, sich zu informieren und zu engagieren, wenn sie sich ernst genommen und gehört fühlen. Bei der Jugendkonferenz haben die rund 50 Neuntklässler zunächst zehn zentrale Themen identifiziert und erste Ideen dazu gesammelt, bevor es in kleinen Gruppen an die inhaltliche Arbeit ging: offen, lösungsorientiert und ohne Vorgaben, aber unter Berücksichtigung rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen.