Kluge Köpfe und ausgebuffte Skatspieler: Skat-Region mischt bei Weltmeisterschaft vorne mit
Remchingen. Bei der jetzt zu Ende gegangenen Skat-Weltmeisterschaft der ISPA (International Skat Player-Organisation) schafften es mit dem Remchinger Frank Wielage und dem Pforzheimer Dominik Deurer sogar zwei Kartenfüchse in das Finale der 16 Besten. Und das unter 560 Teilnehmenden. Wielage belegte am Ende Platz 13, Deurer landete einen Rang dahinter.
Gut vertreten war auch der Skatclub Reizende Jungs Schömberg mit Nicole Kratzert, die sich in der Damenwertung über Platz 54 freuen durfte, sowie ihrem Ehemann Matthias Kratzert, beide aus Unterreichenbach, auf Position 94 und Vereinskamerad Alexander Milicevic, der als 104. nur knapp die Top 100 verpasste. Mit Angelika Böbel und Jürgen Gorenflo mischten auch die Goldstadtasse Pforzheim mit. Eine Woche Skat mit verschiedenen Wettbewerben stellte die Experten mit den 32 Spielkarten vor große Herausforderungen. Der 57-jährige Wielage, dessen Heimatverein die Mauerblümchen Pforzheim sind, brachte sogar eine Bronzemedaille mit nach Hause. Gemeinsam mit Carola Nagel sicherten sich die beiden im Mixed mit 26.033 Punkten Platz drei. Nur 118 Zähler und damit etwa ein Spiel fehlten dabei zum WM-Titel.
Auch in der Mannschaft als Siebter und im Tandem zusammen mit dem Söllinger Lutz Dolan als Sechzehnter konnte sich Wielage mehr als sehen lassen. „Wenn man im Finale steht, will man natürlich gewinnen“, sagt der ehrgeizige und pfiffige Skat-Routinier Wielage im PZ-Gespräch, räumt aber ein:
„Die anderen sind schließlich nicht schlechter.“
Dafür kann er umso mehr stolz sein auf sein Abschneiden zwei Wochen zuvor bei der Deutschen Meisterschaft des DSKV (Deutscher Skatverband), dem historischen und deutlich älteren Konkurrenz-Verband zur ISPA: „Der deutsche Meistertitel im Tandem zusammen mit Gerhard Riedel ist mein bisher größter Erfolg.“ Apropos Tandem und zurück zur WM in Wien: Eine Goldmedaille strahlt auch in die Region hinein. Denn: Der 27-jährige Laurin Kolbenschlag aus Ludwigsburg, frisch gekürter Tandem-Weltmeister gemeinsam mit Sven Wendt, ist der beste Freund des gleichaltrigen Kay Kratzert aus Unterreichenbach. Als Trauzeuge und Patenonkel sind beide eng miteinander verbunden. Und Vater Matthias Kratzert freut sich mit:
„Wir kennen Laurin schon, seit er neun Jahre alt ist und konnten ihm beim Skat einige Ratschläge mitgeben.“
Die offensichtlich fruchteten: Laurin wurde stolze fünf Mal Deutscher Schüler- oder Jugendmeister, Kay, der in Wien fehlte, sammelte ebenfalls bei den nationalen Titelkämpfen drei Goldmedaillen.
