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Pforzheim -  16.06.2026
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Lärm und Sicherheit: Wie viel Regulierung brauchen die Grillwiesen im Würm- und Nagoldtal?

Pforzheim. Beschwerden über die Grillwiesen im Würm- und Nagoldtal beschäftigten den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am Dienstag – und die Stadträte Michael Schwarz (Freie Wähler Partei) und Sabine Zeitler (Frauenliste) fordern ein weitreichenderes Sicherheitskonzept für diese öffentlichen Plätze. Regelmäßig komme es zu Verkehrsproblemen durch parkende Autos auf der Landstraße und Lärmbelästigung, so Schwarz, über die sich besonders Anwohner aus Würm beschweren würden.

Gerne nutzen die Menschen die Grillwiese im Würmtal und die neu geschaffenen Grillschalen. Leider komme es auch zu Lärmbelästigungen.
Gerne nutzen die Menschen die Grillwiese im Würmtal und die neu geschaffenen Grillschalen. Leider komme es auch zu Lärmbelästigungen. Foto: Thomas Sommer

Zweimal im Jahr lädt die Yesidische Gemeinde Pforzheim – eine der größten in Baden-Württemberg – zu einem großen Fest ins Würmtal ein. Bis zu 1000 Menschen kommen dazu regelmäßig zusammen. Die Lärm- und Sicherheitsprobleme beziehen sich auch, aber nicht nur auf diese Feste, stellt Schwarz klar.

Die Stadtverwaltung bestätigt, dass es Handlungsbedarf gebe. Von einer „großen Herausforderung“ sprach der Leiter des Gemeindlichen Vollzugsdienstes, Dennis Kussberg, wenn es um die Kontrolle der Großveranstaltungen vor Ort gehe. Weil solche Zusammentreffen nicht angemeldet werden müssten, erfahre die Stadt meist recht kurzfristig davon. Man habe vor Ort keine Ansprechpartner, um die Menschen darauf anzusprechen, ihr „Verhalten anzupassen“. Probleme bereiten vor allem falsch geparkte Autos, blockierte Rettungswege und zu laute Musik. Zudem müsse darauf geachtet werden, dass Müll ordnungsgemäß entsorgt werde. Das funktioniere allerdings in den meisten Fällen recht gut.

Michael Baitinger (AfD) sagte, dass es „schon heftig“ sei, wie sich das Aufkommen an Menschen auf den Grillwiesen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt habe. Er äußerte die Sorge, dass das ganze aus dem Ruder laufe. In der Diskussion im Ausschuss wurde aber ebenfalls deutlich, dass die Stadträte niemandem das Grillen dort verbieten wollen. Es gehe um das Einhalten von Regeln. Bisher greift auf den Grillwiesen die im November 2025 vom Gemeinderat beschlossene neue Grünflächensatzung. „Aber die wird nur eingehalten, wenn es kontrolliert wird“, sagte Martina Dann vom Amt für öffentliche Ordnung.

Das soll der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) übernehmen, weil der Gemeindliche Vollzugsdienst „personell sehr angeschlagen“ sei, so dessen Leiter Kussberg. Künftig würden die KOD-Kontrolleure häufiger durch die Täler streifen und nach dem Rechten sehen.

An der grundsätzlichen Rechtslage ändert sich allerdings nichts: Größere Zusammenkünfte müssen auf den Wiesen nicht angemeldet werden, weil es sich nicht um eine Versammlungsstätte handelt. Das wollen Schwarz und Zeitler ändern und ein verbindliches Sicherheitskonzept schaffen.

Bürgermeister Dirk Büscher zeigte sich offen, das Thema anzugehen. Er warnte allerdings davor, dass es bei zu starker Reglementierung zu Verdrängungseffekten kommen könne – also, dass die Menschen auf andere Parks ausweichen.

Bereits jetzt versucht die Stadt gegenzusteuern. Entlang der Würmtalstraße wurden Leitplanken installiert, um Falschparker fernzuhalten. Zudem stellt die Verwaltung regelmäßig Tempo-30-Schilder auf.

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