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Pforzheim -  11.03.2026
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London trifft Pforzheim: Mediziner aus England kommen ins Siloah-Klinikum

Pforzheim. Das Siloah St. Trudpert Klinikum durfte Professor Hashim U. Ahmed, Taimur Shah und Matt Winkler vom Imperial College London in der Klinik für Urologie zu einem Austausch über innovative Strategien in der Prostatakrebsdiagnostik und -therapie begrüßen. Das schreibt das Krankenhaus in einer Pressemitteilung.Außerdem konnten die britischen Kollegen den bisher europaweit nur in Pforzheim im klinischen Einsatz befindlichen Biopsieroboter Biobot Mona Lisa 2.0 live im OP zu erleben.

Professor Hashim U. Ahmed (Mitte) zusammen mit den Kollegen aus London und Pforzheim.
Professor Hashim U. Ahmed (Mitte) zusammen mit den Kollegen aus London und Pforzheim. Foto: Siloah

Professor Hashim U. Ahmed zähle international zu den führenden Experten auf dem Gebiet der Prostatakrebsdiagnostik und -therapie. Am Imperial College London leitet er klinische und wissenschaftliche Programme mit den Schwerpunkten in der präzisen Bildgebung, fokaler Therapie und der Weiterentwicklung minimal-invasiver Verfahren. Seine Kollegen Taimur Shah und Matt Winkler sind als klinische Wissenschaftler tätig und befassen sich insbesondere mit innovativen Biopsiestrategien, Bildfusionstechnologien und der Optimierung diagnostischer Behandlungspfade bei Krebspatienten.

Gemeinsam mit den drei Leitern des Piezo Diagnostikzentrums am Siloah St. Trudpert Klinikum, Dr. Philipp Buchgeister, Prof. Dr. Sascha Kaufmann, Chefarzt der Radiologie, und Prof. Dr. Stephan Kruck, Chefarzt der Urologie, tauschte man sich über aktuelle diagnostische und therapeutische Konzepte sowie Erfahrungswerte aus. Das gemeinsame Ziel der Experten: präzisere und zugleich schonendere Verfahren als bereits vorhandene zu etablieren, um signifikante Tumoren frühzeitig zu erkennen, unnötige Eingriffe zu vermeiden und Nebenwirkungen zu reduzieren. „Die Zukunft der Prostatakrebsdiagnostik liegt in der intelligenten Verbindung hochauflösender Bildgebung mit präziser, minimalinvasiver Technik“, betonte Professor Hashim U. Ahmed. „Internationale Zusammenarbeit wie hier in Pforzheim ist entscheidend, um Innovationen schneller in die klinische Praxis zu bringen und Patienten weltweit davon profitieren zu lassen“, so der Fachmann.Sowohl das Imperial College in London als auch das Siloah St. Trudpert Klinikum machen aktuell beste Erfahrungen mit robotisch und Mikroultraschall assistiertenBiopsiesystemen und bauen die organerhaltende Therapiemöglichkeit der fokalen Therapie beim Prostatakarzinom weiter aus.

Der Besuch aus London schaute sich beispielhaft an, wie das deutsche Team mit dem Biobot Mona Lisa 2.0 arbeitet. Das System ermöglicht die millimetergenaue Probenentnahme mittels einer Bildfusion aus hochauflösender, international empfohlener 3 Tesla MRT und Ultraschall. Auf diese Weise können verdächtige Areale millimetergenau angesteuert und Gewebeproben gezielt entnommen werden, wesentlich präziser und reproduzierbarer als mit den herkömmlichen transrektalen Fusionsbiopsiesystemen, welche jedoch aufgrund ihrer Einfachheit für die Anwender häufig benutzt werden. „Die internationale Verzahnung und der Austausch von Experten aus Urologie und Radiologie schafft Strukturen, die höchste Qualität und Standardisierung gewährleisten und für den Patienten von Vorteil sind“, ergänzte Prof. Kruck. Es bleibt nicht bei einem Besuch der britischen Kollegen: Mitte März ist Dr. Philipp Buchgeister aus dem Piezo/Siloah Team am Imperial College London zu Gast.