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Blaulicht -  27.05.2026
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Mann öffnet Gasleitung: 60-Jähriger aus Königsbach-Stein wegen des Verdachts des versuchten Mordes in U-Haft

Der Verdacht wiegt schwer: Versuchten Mord werfen Ermittler einem 60-Jährigen aus Königsbach vor. Am frühen Dienstagmorgen ist er festgenommen worden. Der Haftrichter bestätigt am Mittwoch die Untersuchungshaft. Der Mann soll die Gasleitung eines Hauses, in dem er mit seiner Lebensgefährtin wohnte, manipuliert haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgeben.

Ortsportrait Königsbach Stein
Nach PZ-Informationen soll sich der Vorfall samt resultierendem Einsatz am späten Montagabend im Wohngebiet „Plötzer“ ereignet haben. Die Explosionsgefahr in einem mit Gas aus manipulierter Leitung und geöffneten Flaschen gefüllten Haus war erst gegen 1.30 Uhr ausgeräumt. Foto: Meyer

Auch geöffnete Propangasflaschen findet die Feuerwehr. Der Sachverständige eines Energieversorgers stellt fest: Es hätte eine geringe Zündquelle ausgereicht, um eine Explosion auszulösen – mit womöglich schweren Folgen für das Reihenhaus und angrenzende Gebäude. Auch für die Menschen dort hätte das laut Ermittlungsbehörden fatal enden können.

Nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich der Beschuldigte und seine Lebensgefährtin am vergangenen Wochenende getrennt. Die Frau habe das gemeinsame Wohnhaus verlassen. Weil sie befürchtete, dass sich der 60-Jährige das Leben nehmen könnte, habe sie sich bereits am Montagnachmittag bei der Polizei gemeldet.

Die Frau kehrt noch am Montagabend in das Wohnhaus zurück und riecht dort Gas. Nach Angaben der Ermittler ist es aus den Flaschen und aus der demontierten Gaszuleitung ungehindert in das Gebäude geströmt.

Kurzzeitige Evakuierung

Als höchst gefährlich stufen Polizei und Staatsanwaltschaft die Situation vom späten Montagabend für die beiden Hausbewohner und für deren Nachbarn ein. So erläutern Polizeisprecher Alexander Uhr und der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Johannes Jungmann, auf PZ-Nachfrage den Vorwurf des versuchten Mordes. Was genau bei einer möglichen Explosion hätte passieren können, werde nun ermittelt, so Uhr.

Die PZ erhält eine Information, die auf das Königsbacher Wohngebiet Plötzer als Einsatzort hindeutet. Am Mittwochabend ist es dort ruhig. Vielleicht auch aufgrund des heißen Wetters wie leer gefegt. Eine Anwohnerin, die die PZ anspricht, reagiert knapp: „Kein Kommentar.“ Eine andere meint aber: „Ja, das war hier.“ Laut den Ermittlern ist das betroffene Gebäude ein Reihenhaus.

Wie das DRK Königsbach auf seinen Social-Media-Kanälen schreibt, seien sieben Bewohner und ein Hund aus den umliegenden Häusern evakuiert worden. Wie der DRK-Ortsvereinsvorsitzende Oliver Demel am Mittwoch gegenüber der PZ sagt, sei die Helfer-vor-Ort-Gruppe gegen 22.45 Uhr alarmiert worden, ehe gegen 23.30 Uhr aufgrund der Größe des Einsatzes noch einmal Kräfte nachalarmiert wurden. Insgesamt war das DRK Königsbach mit fünf Personen im Einsatz, dazu kamen drei Rettungsdienstler des ASB sowie der organisatorische Leiter des Rettungsdiensts. Letzteres sei immer dann der Fall, wenn sich eine Lage als entsprechend groß herausstelle, so Demel. Gegen 1.30 Uhr am Dienstag konnten die Menschen wieder in ihre Häuser zurück.

Wer suizidale Gedanken hat, sollte auf gar keinen Fall damit alleine bleiben. Auch in ausweglosen Situationen gibt es Hilfe für Betroffene. Sollten Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie unbedingt mit jemandem darüber. Hilfe erhalten Sie telefonisch unter (0800) 1110111 (Telefonseelsorge), der „Nummer gegen Kummer“ unter 116 111 sowie im Notfall bei der Polizei 110 oder den Rettungsdiensten 112. Die Gesellschaft für Suizidprävention führt eine Übersicht der Angebote auf ihrer Webseite www.suizidprophylaxe.de.

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