Gemeinden der Region
Kreis Calw -  14.02.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Minimale Resonanz auf Sternfahrt der Gegner der Corona-Schutzregeln im Landkreis Calw

Landkreis Calw. Auf den sozialen Medien wie Facebook und Telegram wurde für Sonntag, 14. Februar, zu einer „Sternfahrt“ als Protest „gegen die Maßnahmen der Corona-Verordnungen“ aufgerufen. Im Polizeipräsidium Pforzheim hatte man diesen Aufruf mit besonderem Interesse zur Kenntnis genommen, hatte man doch zwei Wochen zuvor mit dem doch recht chaotisch und überlaut verlaufenden, vom Messplatz aus gestarteten Autokorso in Pforzheim schlechte Erfahrungen gesammelt.

Gerade einmal 13 Fahrzeuge (Symbolbild) sollen an einer Sternfahrt durch den Landkreis teilgenommen haben. Die Veranstaltung war als Protest gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gedacht.
Gerade einmal 13 Fahrzeuge (Symbolbild) sollen an einer Sternfahrt durch den Landkreis teilgenommen haben. Die Veranstaltung war als Protest gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gedacht.

Die Polizei hatte damals in der Spitze rund 1000 Fahrzeuge und 2500 Teilnehmer gezählt, dazu verstopfte Kreuzungen, eine mehrfache Missachtung der ausgemachten Fahrtstrecken und die Verletzung einer Polizistin durch einen aggressiven Korsofahrer. „Wir gehen davon aus, dass eine Herde an wundervoll geschmückten Autos, ebenfalls großen Aufsehen in den verschiedenen Orten hervorrufen wird“, hatte eine Sternfahrt-Organisatorin auf Facebook verkündet. Zwei Wochen nach dem Pforzheimer Autokorso hat im Landkreis Calw die Rundfahrt der Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen allerdings nicht einmal die Korso-Qualitäten einer kleinen Hochzeitsfeier erreicht.

In der Spitze sollen es 13 Fahrzeuge gewesen sein, die sich an der Sternfahrt nach Calw beteiligt haben, so ein Polizeisprecher am Sonntagnachmittag. „Völlig entspannt“ sei die Aktion aus Sicht der Polizei verlaufen, die von 9.30 Uhr bis 12.45 Uhr im Einsatz gewesen sein.

Wie die Polizei erklärte, handelte es sich nicht um eine Demonstration, für die eine Anmeldung nötig gewesen wäre, sondern um eine Veranstaltung. Zu den dekorativen Fähigkeiten der Gegner der Corona-Schutzmaßnahnem, die ja in „wundervoll geschmückten Autos“ teilnehmen sollten, gibt es keine Auskünfte.

350 Fahrzeuge bei Autokorso in Karlsruhe

An dem als Versammlung zum Thema "Für die Grundrechte - Für das Grundgesetz" angemeldeten Autokorso zwischen Rheinstetten und Karlsruhe nahmen am Sonntagnachmittag laut eine Mitteilung des Polizeipräsidiums Karlsruhe rund 350 Fahrzeuge teil. Die Versammlung verlief weitgehend störungsfrei, größere Verkehrsbeeinträchtigungen blieben aus. Ab 13 Uhr formierten sich die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen auf einem Parkplatz an der Karlsruher Messe in Rheinstetten. Hierbei kam es zu einzelnen Verstößen durch Demonstrationsteilnehmer gegen die Maskentragepflicht und das Abstandsgebot. Nach einer Kundgebung und Einweisung durch den Versammlungsleiter starteten die Autos um 14 Uhr mit der Fahrt nach Karlsruhe.

In einer der Fahrzeugkolonnen, die in 50-er Verbänden mit wenigen Minuten Abstand zueinander fuhren, ergab sich ein Verkehrsunfall ohne verletzte Personen. Um 16.15 Uhr löste sich der Korso nach und nach auf.

Im Bereich "Mühlburger Tor" kam es zu drei kleineren spontanen Gegenversammlungen. Dabei kam es zu einer kurzzeitigen Störung des Straßenverkehrs ausgehend von einer der Gegendemonstrationen, weshalb Polizeikräfte einschreiten mussten. Offenbar auch von Gegendemonstranten ausgehend kam es zu einer Sachbeschädigung an einer Litfaßsäule im Zirkel. Diesbezüglich wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Autor: Thomas Kurtz