Mit Sauglanze gegen die Asiatische Hornisse: Imker wünschen sich mehr Hilfe und Förderung
Mühlacker. Mühlacker. Imker entfernen Nester der asiatischen Spezies in Lomersheim und Ötisheim-Sengach – sie wünschen sich mehr Hilfe und eine Förderung.
In rund zehn Metern Höhe, versteckt in den Ästen einer Zeder, hatte sich ein Volk der Asiatischen Hornisse eingenistet. Um das Nest im Garten von Annemarie Haug in der Turmstraße in Lomersheim zu entfernen, rückten fünf Mitglieder des Bezirksbienenzüchtervereins Mittlere Enz mit einer speziellen Sauglanze an. Für das Gerät, das die Gemeinde Wiernsheim angeschafft hat, war es die Premiere.
Wiernsheim ist die erste Gemeinde, die eine solche Vorrichtung zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse gekauft hat. Die Imker Stefan Mondon, Joachim Baensch, Thomas Griesbacher, Günter Straub und Peter Wilhelm waren damit am Freitag im Einsatz. Eine Freundin von Annemarie Haug hatte das Hornissennest bei einem Besuch entdeckt.
Ein Anruf bei der Stadt Mühlacker verlief für Haug zunächst enttäuschend. „Das ist Ihre Privatsache“, sei ihr mitgeteilt worden. Durch einen Artikel in der Lokalzeitung hatte sie von der Anschaffung in Wiernsheim erfahren. Ein Anruf beim zweiten Vorsitzenden des Bezirksbienenzüchtervereins, Stefan Mondon, genügte: „Der hat sofort reagiert und kam vorbei.“
Nach einer ersten Besichtigung machten sich die geschulten Männer an die Arbeit. Schutzanzüge und umfangreiches Zubehör hatten sie dabei. Die Carbonrohre der Sauglanze lassen sich auf eine Länge von bis zu 35 Metern zusammenstecken. Eine Kamera an der Spitze übertrug Bilder vom Geschehen auf einen kleinen Bildschirm am Boden.
Mit der Lanze durchstießen die Imker das Nest von außen. Die Hornissen, darunter auch Königinnen, sowie Teile des Nestes wurden nach und nach in einen abgedichteten Sauger befördert. Herabfallende Teile sammelten die Männer sofort auf und saugten sie ebenfalls ein. Rund drei Stunden dauerte die Aktion. „Alles gut gelaufen“, lautete anschließend das Fazit. Danach ging es für die Helfer weiter nach Ötisheim-Sengach. Dort entfernten sie auf einer Streuobstwiese ein weiteres Hornissennest, das in einem Walnussbaum hing. Der Inhalt der Sauger wird anschließend drei Tage lang bei mindestens minus 14 Grad tiefgekühlt, um die Tiere abzutöten. Die nicht eingesaugten Hornissen sterben nach Angaben der Imker, weil ihnen das Nest fehlt.
Peter Wilhelm ist zugleich Gemeinderat in Maulbronn. Auch dort will die Stadt eine Sauglanze anschaffen. In der Klosterstadt wurden bereits Nester von beauftragten Fachleuten gegen Bezahlung entfernt.
Stefan Mondon wünscht sich, dass jede Gemeinde über ein solches Gerät verfügt. Für die Nutzung in Lomersheim zahlte die Stadt Mühlacker eine Ausleihgebühr von 100 Euro an den Bezirksbienenzüchterverein Mittlere Enz. Die beteiligten Imker arbeiteten ehrenamtlich. „Uns geht es um unsere Bienen“, sagt Mondon.
Bis vor Kurzem gab es für die Entfernung der Nester eine Förderung von 200 Euro durch das Landwirtschaftsministerium. Seit dem 15. Oktober ist der Fördertopf jedoch ausgeschöpft. Mondon hofft, dass er erneut aufgelegt wird. Wie aufwendig die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist, hat die Aktion in Lomersheim deutlich gezeigt.
