Modernisiertes Sirenennetz: Große Investitionen bei der Pforzheimer Feuerwehr in den Schutz der Bevölkerung
Pforzheim. Die Summen sind enorm, doch an deren Sinnhaftigkeit besteht ganz offensichtlich keinerlei Zweifel. Einstimmig hat der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am Montagabend dem am 17. März tagenden Hauptausschuss empfohlen, gleich drei stattliche Investitionen in den Bevölkerungsschutz zu beschließen. Es geht um neue fahrbare Untersätze für die Feuerwehr und um jene lautstarken Geräte, die Bürger im Ernstfall vor Gefahr warnen.
Einen sogenannten Gerätewagen Logistik soll die ehrenamtliche Abteilung in Büchenbronn erhalten. Kostenpunkt: 530.000 Euro. Damit arbeitet man weiter konsequent den bereits 2020 beschlossenen Feuerwehrbedarfsplan ab. Die Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken gewinne zunehmend an Bedeutung, heißt es in der von OB Peter Boch und Ordnungsdezernent Dirk Büscher unterzeichneten Vorlage, unter anderem durch Wald- und Vegetationsbrände. Die Spezialfahrzeuge, die Dillweißenstein und Büchenbronn zur Verfügung stehen, reichten nicht aus, um die für eine Förderstrecke von 2000 Meter nötige Anzahl an mit Schläuchen ausgestatteten Rollwagen zu transportieren. Es brauche eine schnelle, sichere Lösung. Fördermittel in Höhe von 130.000 Euro seien hierfür zu erwarten.
Einen neuen Feuerwehrbus soll die Abteilung Eutingen erhalten. Bislang wird dort ein ehemaliger Linienbus genutzt. Darin werden etwa von Bränden betroffene Personen kurzfristig untergebracht. Der Bus befördert aber auch größere Gruppen von Einsatzkräften beziehungsweise von unverletzten oder leichtverletzten Menschen, aber auch in begrenztem Umfang liegende Patienten. Abseits von Löscheinsätzen ist in dem Gefährt auch der Musikzug unterwegs.
Der umgebaute Linienbus, Baujahr 2012, weise inzwischen erhebliche Mängel auf. Nun soll ein Mannschaftstransportwagen mit mindestens 35 Sitzplätzen her. Kostenpunkt: 450.000 Euro. Kommandant Sebastian Fischer geht von einer anteiligen Förderung in Höhe von mindestens 30 Prozent aus.
Dass das Sirenennetz stufenweise ersetzt wird, hat die PZ wiederholt beleuchtet. In einem nächsten Schritt sollen für 410.000 Euro bestehende Warngeräte durch 18 elektronische Sirenenanlagen ersetzt werden. Deren Akkus machen es bei Stromausfall zumindest kurzzeitig möglich, dennoch die Bevölkerung zu warnen. Installiert werden sollen sie in den Bereichen Weststadt, Nordstadt, Südoststadt, Südweststadt, Brötzingen, Eutingen, Sonnenhof, Altgefäll, Dillweißenstein, Büchenbronn und Huchenfeld. Die 2025 genehmigten Sirenen seien mit 65 Prozent gefördert worden. Ob es für 2026 ein Förderprogramm gibt, sei noch unklar.
Neustart am Hohberg
Erneuert werden soll übrigens auch die elektrische Infrastruktur des Entsorgungszentrums Hohberg – in Vorbereitung auf den notwendigen Umbau des Eingangsbereichs. Die bisherige Infrastruktur sei überaltert und bei Nässe anfällig, zuletzt seien immer wieder Störungen aufgetreten. Durch den Neubau des Kassen- und Waagenbereichs werde zudem der Energiebedarf steigen. Die fast 600.000 Euro schwere Investition sei daher „zwingend erforderlich“, was auch der Fachausschuss einhellig so sieht.
