Mutmaßliche Körperverletzung: Ermittlungen gegen den Vorsitzenden des Pforzheimer Tierschutzvereins
Pforzheim. Gegen den Vorsitzenden des Tierschutzvereins, René C. Maier-Stadtaus, ist Anklage erhoben worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Pforzheim lautet der Vorwurf auf gefährliche Körperverletzung und Beleidigung. In einem weiteren Fall, über den in der PZ bereits ausführlich berichtet wurde, werde derzeit noch ermittelt.
Auslöser ist ein Vorfall Mitte August 2025 auf dem Gelände des Tierheims. Maier-Stadtaus soll einen Helfer gewürgt haben. Der Mann erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Einblutungen im Hals sowie ein Würgetrauma und musste im Krankenhaus behandelt werden. Er erstattete Anzeige.
Zunächst wurde auch gegen diesen Helfer ermittelt – wegen Körperverletzung und Tierquälerei. Dieses Verfahren ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingestellt worden.
Die Ermittlungen gegen Maier-Stadtaus waren zunächst ebenfalls eingestellt. Nachdem das mutmaßliche Opfer weitere Zeugen benannt hatte, wurden diese vernommen. Auf dieser Grundlage geht die Staatsanwaltschaft nun davon aus, dass sich der Vorfall so ereignet hat wie geschildert und es zu den Verletzungen kam. Daraufhin wurde Anklage erhoben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Amtsgericht entscheidet jetzt
Das Amtsgericht muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Laut Staatsanwaltschaft könnte es im Falle einer Zulassung in drei bis vier Monaten zu einer Verhandlung kommen.
Der Fall reiht sich ein in anhaltende Konflikte rund um den Verein. Er zählt mit über 1000 Mitgliedern zu den ältesten seiner Art in Deutschland; das Herzstück, das Pforzheimer Tierheim, zu den größten im Südwesten. Etwa 45 Menschen arbeiten dort. Für die Übernahme von städtischen Aufgaben t erhält das Tierheim ab dem 1. Juli dieses Jahres insgesamt 132.000 Euro aus der Stadtkasse. Vorher etwa 126.00 Euro. Demgegenüber stehen angeblich Millionen Euro, die der Vorstandsvorsitzende selbst für den Verein „erwirtschaftet“ habe, wie Maier-Stadtaus im November der PZ-Redaktion berichtete. Doch zur Ruhe kommt der Verein auch jetzt nicht.
Ermittlungen wegen Untreue
Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem weiteren Verfahren gegen Maier-Stadtaus und Vorstandsmitglied Ulf Hildebrand wegen des Verdachts der Untreue. Hintergrund sind mutmaßliche Gehaltszahlungen an Vorstände entgegen der Vereinssatzung. Da das Verfahren noch läuft, könne die Staatsanwaltschaft keine Angaben zum Ermittlungsstand machen. Ob eine Straftat begangen worden sei, werde sich noch zeigen, heißt es weiter.
Der Verdacht: Vorstände des Tierheims könnten sich entgegen der Satzung, aber vor allem der Regelung zur Gemeinnützigkeit, Gehälter ausgezahlt haben. Grundlage sind interne Lohnabrechnungen aus dem Tierheim, die monatliche Zahlungen – 2400 Euro für Maier-Stadtaus, 1600 Euro für ein weiteres Vorstandsmitglied – ausweisen (PZ berichtete). Maier-Stadtaus steht bereits länger in der Kritik. Bei der Mitgliederversammlung Ende November 2025 wurde er trotz heftiger Auseinandersetzungen und Ausschlüssen von Mitgliedern im Vorfeld mit Mehrheit im Amt bestätigt.
René C. Maier-Stadtaus ließ eine Anfrage zu den Vorwürfen unbeantwortet.
