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Enzkreis -  10.05.2026
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Nach Abriss der A8-Brücken zwischen Niefern und Eutingen: Kein Platz für eine weitere B10-Spur zur Autobahn

Enzkreis. Nach Abriss der A8-Brücken über die Bundesstraße zwischen Niefern und Eutingen sehen die Autobahnplaner keine Chance für einen Extra-Streifen. Den hatten manche als Ausweg aus den Staus erträumt.

Die Hälfte der A8-Brücke über die B10 in Fahrtrichtung Stuttgart ist fertig und die alte Brücke und due Behelfsbrücke abgerissen
Auf den ersten Blick viel Raum für eine zusätzliche B10-Spur: Doch für die zweite neue A8-Brücke über die Bundesstraße brauchen die Baufirmen den ganzen Bereich für die Pfeiler sowie die Schutz- und Tragegerüste für den Betoneinbau der künftigen Überführung. Foto: Tilo Keller

Eigentlich eine gute Einrichtung: Mit frisch asphaltierten Streifen neben der alten B10 bei Niefern haben die Planer des A8-Ausbaus im Enztal die Auffahrten zur neuen Autobahn Richtung Stuttgart ermöglicht. Fahrer aus Eutingen, aber auch aus Niefern, gelangen so auf die frischen Rampen der Anschlussstelle Pforzheim-Ost. Jedenfalls auf diejenigen, über die man die Landeshauptstadt anpeilt. Nachdem kürzlich Baufirmen die alte B10-Überführung und die bisherige Behelfsbrücke abgerissen sowie den Betonschutt entsorgt haben, erschien auf einmal ein großer Raum. Einige Autofahrer, die von den beiden Nieferner B10-Kreuzungen kommen, lässt das von einem Extrafahrstreifen zur neuen A8-Trasse träumen. Schließlich ist dieser Abschnitt der Bundesstraße regelmäßig überlastet. Doch so verlockend die Idee auf den ersten Blick erscheint – sie hat keine Chance, teilte die Autobahn-Gesellschaft Südwest auf Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“ mit.

Aber wie kam es eigentlich zu dem Einfall, die B10 am Anschluss Ost um eine weitere Spur zu erweitern? Rund um die jüngste Sitzung des Gemeinderats Niefern-Öschelbronn wiesen Leser die PZ darauf hin, dass sie zeitweise vom Nieferner Queens-Hotel kaum auf die dort oft verstopfte B10 einbiegen können.

Auch FW/FDP-Fraktionschef Erik Schweickert wusste um diese alltäglichen Stauprobleme:

„Deshalb müsste es doch möglich sein, jetzt den freien Platz für eine längere Abbiegespur zur A8 zu nutzen, damit sich die Schlangen entzerren“, sagt er.

Die Autobahn-Gesellschaft sieht das allerdings anders. „Auch nach dem Abtransport des Abbruchmaterials können die Flächen entlang der B10 bei Niefern nicht für zusätzliche Fahrstreifen genutzt werden“, schrieb Sprecherin Petra Hentschel der PZ. Schließlich müssen die abgerissenen Brücken durch eine größere neue ersetzt werden. Der nunmehr freigeräumte Bereich bleibe Teil des Baufelds und werde „für Baugruben, den Aufbau eines Schutz- und Traggerüsts für den Neubau der zweiten B10-Brücke sowie für die Baustellenlogistik benötigt“, so Hentschel. Genauer: Zunächst ziehen die Bauunternehmen die beiden Pfeiler hoch, um danach Zug um Zug über der Bundesstraße mit Gerüsten und Stahlbeton den Brückenbau anzupacken. „Eine vorübergehende Erweiterung der B10 bis in den Rampenbereich der Auffahrt in Fahrtrichtung Stuttgart ist daher nicht möglich“, teilte die Sprecherin weiter mit.

Die erneuerte Brücke über die B10 trägt künftig die neue A8-Fahrbahn in Richtung Karlsruhe. Deshalb wirkt sich die Konstruktion auch auf die seit Mitte Januar geschlossene Auffahrt nach Karlsruhe aus. Zwar haben die Bauarbeiter nunmehr freie Bahn, auf Nieferner Seite das Gegenstück zur fertiggestellten Trasse auf Eutinger Seite anzulegen, die derzeit mit ihren künftigen drei Spuren und dem Standstreifen den Baustellenverkehr in beide Richtungen trägt. Um dorthin gen Westen zu gelangen, müsste man erst mal durch das gesamte Baufeld der entstehenden zweiten Autobahnhälfte. Das geht nicht. Immerhin: Je nachdem, wie schnell der Bau der zweiten Trasse verlaufe, werde die Autobahn-GmbH prüfen, ob eine „zeitweise Öffnung der Anschlussstelle Pforzheim-Ost in Fahrtrichtung Karlsruhe möglich ist“, so Hentschel.

Zurzeit gilt aber erst mal, dass für die Auf- und Abfahrt in westlicher Richtung „weiter die planmäßige Sperrung bis Anfang 2027 vorgesehen“ ist, so die Sprecherin der Projektverantwortlichen. Die prüften derzeit, ob „durch eine vorübergehende Auffahrtsrampe eine zeitweilige Öffnung verwirklicht werden kann“. Das Problem dabei: Die neuen Fahrbahnen sind in der Senke rund fünf Meter höher als die alte A8, die im Enztal noch so verläuft, wie sie vor fast 90 Jahren erbaut worden ist. Konkret heißt das: „Wann und für welchen Zeitraum eine Öffnung möglich ist, hängt ausschließlich vom Baufortschritt und der Verkehrssicherheit im Bereich der Anschlussstelle Ost ab“, so Hentschel.