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Krieg -  05.03.2026
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Nachkomme aus berühmter Wildbader Fotografenfamilie: Andreas Blumenthal sitzt in Dubai fest

Dubai/Bad Wildbad. Als Presse- und ehemaliger Cheffotograf namhafter Blätter in Deutschland und der Schweiz ist Andreas Blumenthal, der sich selber kurz Andi nennt, so manches gewöhnt. Jetzt, wo der 61-jährige Garmisch-Partenkirchener die Dinge ruhiger angeht, wollte er mit seiner Frau einfach einen entspannten Urlaub in Dubai genießen. Familiäre Wurzeln hat er in Bad Wildbad. Deshalb erreichten Informationen von ihm via WhatsApp, darunter eine Sprachnachricht in Form eines Interviews für den bayrischen Regionalsender Radio Oberland, auch Empfänger in der Bäderstadt.

Nicht in Dubai, der Sahara, am Nordkap oder am Zuckerhut, sondern 2015 unter dem Schild der nach der Familie benannten Wegbezeichnung in Bad Wildbad steht (von links) Andi Blumenthal mit seinen Brüdern Jörg und Peter.
Nicht in Dubai, der Sahara, am Nordkap oder am Zuckerhut, sondern 2015 unter dem Schild der nach der Familie benannten Wegbezeichnung in Bad Wildbad steht (von links) Andi Blumenthal mit seinen Brüdern Jörg und Peter. Foto: Archiv Schabert

Was hat der Fotograf, der die Prominenten vor der Linse hatte, mit Wildbad zu tun? In der „Blumenthal-Promenade“, einem alten Stück Kernerstraße, erinnert ein Straßenschild mit den Namen der beiden Hoffotografen Ernst Blumenthal (1827-1907) und Sohn Karl (1866-1944) an zwei herausragende Pioniere der Fotografie, die das Königshaus zu Hoffotografen beförderte. Als Lehrer am Enztal-Gymnasium, Historiker und einer, der ausgezeichnet fotografieren konnte, wirkte des Ersteren Nachkomme Uli Blumenthal (1947-2015). Aus der gleichen Familie stammt der aus dem Enztal nach Garmisch-Partenkirchen gezogene Gustav Adolf Blumenthal (1912-1999), meist kurz „Adi“ genannt. Schon 1934 brachte dieser erste Sport-Nachtaufnahmen zuwege und brillierte als Olympiafotograf 1936 in seiner Wahlheimat und in Berlin.

Andi Blumenthal, ist der Sohn von Adi und setzt die Tradition der Kamera-Spezialisten fort. Er sieht Höhepunkte seines Schaffens in Aufnahmen bei seiner Reise als erster Bayer zum Nordpol, bei Aufnahmen mittels Gleitschirmflug vom Zuckerhut in Rio, der Durchquerung der Sahara oder Begleitung der Musiktournee der Stones quer durch Amerika. Vor der Linse hatte er Roger Federer beim ersten Sieg in Wimbledon, exklusiv Altkanzler Gerhard Schröder, Franz Beckenbauer, Jürgen Klinsmann oder Boris Becker auf dessen Finca auf Mallorca. Fotoproduktionen mit Ramona Drews für den Playboy, mit Pamela Anderson oder den Klitschkos fallen ihm ebenfalls spontan ein. Viel hochwertiges Bildmaterial von Prominenten aus Entertainment, Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur hat der Mann mit dem guten Auge weltweit an über 750 Print-, Online- und TV Medien vermarktet.

Jetzt sitzt er wie viele Reisende ungewollt in Dubai fest. Angst, sagt er, habe er nicht. Aber wohl ist ihm und seiner Frau natürlich auch nicht gerade. Wie könnte dies auch sein, wenn am Sonntag der Heimflug geplant war und jetzt in den Sternen steht, wann dieser möglich ist. Am Samstagnachmittag gemütlich am Strand, nahm das Paar ein Grollen wahr, „fast so, wie wenn eine große Lawine abgeht.“ In der Ferne stiegen vermutlich als Spur einer abgeschossenen Rakete Rauchwolken in den Himmel. Das Handy meldete immer wieder Luftalarm.

In der Nacht hieß es dann um 1.30 Uhr:

„Bringen Sie sich in Sicherheit.“

Dies bedeutete, statt im Hotelbett und Zimmer, wo gelegentlich die Scheiben vibrierten, stundenlang in der Tiefgarage der Anlage auszuharren. Mit Wasser und Decken versorgte das Personal des Hotels die Blumenthals zusammen mit vielen anderen, die alle gelassen blieben.