Neue Integrierte Leitstelle: Das nächste Millionen-Projekt des Calwer Landkreises
Kreis Calw. Ein Großprojekt nach dem anderen ist im Landkreis Calw in der Pipeline. Nächstes mit knapp 6,4 Millionen Euro veranschlagtes Mammut-Vorhaben ist eine am Würzbacher Kreuz bei Oberreichenbach vorgesehene Integrierte Leitstelle (ILS) für Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Alle Notrufe aus dem Kreis sollen dort künftig bearbeitet und die erforderliche Einheiten des Rettungsdienstes und der Feuerwehr an die Brennpunkte entsandt werden.
Dem Neubau etwa zehn Kilometer von Calmbach entfernt, stimmte der Kreistag geschlossen zu.
DRK zahlt die Hälfte
Jeweils die Hälfte der Kosten haben der Kreis sowie der DRK-Kreisverband Calw zu tragen. Jetzt gilt es, die entsprechenden Planungsschritte in die Wege zu leiten. Schon im diesjährigen Kreis-Haushalt sind dafür 1,5 Millionen Euro und im nächsten Jahr eine Million Euro vorgesehen.
Vize-Landrat Frank Wiehe machte den Kreisräten das ehrgeizige Vorhaben unter anderem damit schmackhaft: „Aller Voraussicht nach können wir dafür Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Landes erhalten.“ Auch die Tatsache, dass im Interkommunalen Gewerbegebiet Würzbacher Kreuz, an dem derzeit schon eine neue Straßenmeisterei des Kreises im Bau ist, ausreichend Fläche zur Verfügung steht, spielte eine wesentliche Rolle bei der Standortentscheidung: 685 Quadratmeter und die Möglichkeit, zu erweitern. Im Bereich des ebenfalls untersuchten Standorts der Service GmbH Schwarzwald an der Robert-Bosch-Straße in Calw wären es dagegen nur 490 Quadratmeter.
Die Baukosten in Calw wären zwar niedriger, weil aber – berechnet auf zehn Jahre – mit den dortigen Mietkosten dennoch das Ganze etwa 60.000 Euro teurer würde, rechnet es sich nicht. Noch mehr ins Gewicht fällt: Das DRK lehnt eine Erweiterung in Calw ab, weil es dort nicht Eigentümer des Gebäudes ist.
Seit 2005 ist die Integrierte Leitstelle an der Rudolf-Diesel-Straße in Calw untergebracht und laut Wiehe „in die Jahre gekommen. Die Anforderungen sind größer geworden.“ So wurden im Jahr 2015 rund 195.000 eingehende Anrufe registriert. Im Jahr 2022 waren es 230.000 und im Vorjahr knapp 210.000. Mittelfristig soll im Zuge der geplanten Notfall-Reform des Bundes auch der Telefondienst des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116 117) von der ILS bearbeitet werden.
In der Aussprache lobten die Kreisräte die vorgesehene Investition. Auch Walter Beuerle, Präsident des DRK-Kreisverbandes, würdigte in der Sitzung die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Kreis und freute sich: „Wir sind auf einem guten Weg.“
