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Neulingen -  23.04.2026
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Neulinger Solarpark-Pläne: Räte äußern Bedenken um Natur und Wild

Neulingen. Es geht um eine rund 18 Hektar große Fläche im Gewann Herrschaftsfeld auf der Gemarkung Bauschlott: Dort prüft die Gemeinde Neulingen den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage.

Ein Solarpark, wie es ihn zwischen Iptingen und Serres gibt, könnte bald in Neulingen stehen.
Ein Solarpark, wie es ihn zwischen Iptingen und Serres gibt, könnte bald in Neulingen stehen. Foto: Röhr

Möglich ist das allerdings nur mit einem zuvor beschlossenen Bebauungsplan sowie einem Flächennutzungsplan.

Über den Bebauungsplan „Solarpark Herrschaftsfeld“, die Änderung des Flächennutzungsplans und der Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch diskutiert. Denn bereits in der Sitzung zuvor hatte ein Bürger in der Fragestunde Bedenken hinsichtlich des Projekts geäußert. Vor allem ging es ihm dabei um mögliche Wilddurchgänge. Diese, so sagte er, befänden sich derzeit erst in der Prüfung. Auch Pflanzen und Tiere dürfe man bei den Planungen nicht außer Acht lassen. Aspekte, auf die der Gemeinderat nun erneut ein besonderes Augenmerk legte. Denn auch Bürgermeister Michael Schmidt sah die Knackpunkte, die eine solche Freiflächen-PV-Anlage vor allem für die Natur mit sich bringen könnte. So müsse man sich die Frage stellen, ob die in Betracht gezogenen Wildkorridore ausreichen würden.

Bauamtsleiter Ralf Kilgus betonte, dass der mögliche Solarpark voraussichtlich nur etwa 60 bis 70 Prozent der Fläche belegen werde und somit nicht direkt an den Wald angrenze. Gleichzeitig wies er aber bewusst auf die Biotope hin, die auf der Fläche ausgewiesen seien.

Naturschutz im Fokus

SPD-Gemeinderat Thomas Seidel zeigte sich dennoch skeptisch. Er verwies auf bereits bebaute Flächen in der Region, die sich aus seiner Sicht besser für eine Photovoltaikanlage eignen könnten – auch mit Blick auf das Wild. Dem pflichtete Gemeinderätin Elke-Silvia Bös (LMU) bei. Sie betonte den Fluchtinstinkt von Rehen, die möglicherweise selbst vorhandene Wildkorridore nicht nutzen würden. Gemeinderat Jochen Marquardt (FWV) machte hingegen deutlich, dass mit der Zustimmung zu einem Bebauungsplan noch keine endgültige Entscheidung getroffen werde. Grundsätzlich zeigte er sich dem Projekt gegenüber positiv.

Zudem handle es sich bei dem betroffenen Gebiet nicht um eine hochwertige Ackerfläche, was aus seiner Sicht für die Nutzung als Standort einer Freiflächen-Photovoltaikanlage spreche. Gemeinderat Sead Karić betonte hingegen, dass es vermutlich geeignetere Standorte gebe. Gleichzeitig sorgte er sich um die Energieversorgung im Winter – und sprach sich vor diesem Hintergrund für das Vorhaben aus.

Letztlich sprach sich die Mehrheit des Gemeinderats für das weitere Vorgehen des Projekts aus.

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