Nistplätze fehlen: Schwalben brauchen ein neues Zuhause
Mit dem Frühling kehren Schwalben zurück – doch es fehlen Nistplätze. Der Nabu ruft im Nordschwarzwald dazu auf, die Vögel aktiv zu unterstützen.
Dank viel Sonne und stabiler Wetterlage kehren derzeit wieder Zugvögel nach Baden-Württemberg zurück – so auch Mehl- und Rauchschwalben sowie Ufer- und Felsenschwalben. Alle vier Arten brüten im Südwesten. Mit etwas Glück kann man im südbadischen Naturschutzgebiet Wehramündung Felsenschwalben beobachten, wenn sie dort einen Zwischenstopp zu einem ihrer wenigen Brutplätze, etwa am Feldberg, einlegen, heißt es in einer Mitteilung des Nabu.
Auch Vogelfreunde im Nordschwarzwald dürfen sich laut der Umweltorganisation angesprochen fühlen. Für eine erfolgreiche Brut brauchen die grazilen Flieger vor allem: viele Insekten und sichere Nistplätze, am Haus, im Stall, am Felsen oder an einem naturnahen Steilufer. Weil die Bestände stark abgenommen haben, ruft der Nabu alle Vogelfreundinnen und -freunde im Südwesten auf: Gebt den Schwalben ein Zuhause.
Jetzt ist eine gute Zeit, um Schwalben zu unterstützen. Rauchschwalben nisten in Ställen, Scheunen und Garagen, wo sie über offene Fenster, Türen oder Einflugöffnungen durchgehend Zugang benötigen. „Klappe auf und freie Flugbahn schaffen“, appelliert daher Nabu-Schwalbenexperte Rudi Apel. Mehlschwalben bevorzugen Außenwände für den Nestbau. Als ursprüngliche Felsenbrüter bauen die Kulturfolger ihre geschlossenen Lehmnester aus Hunderten Lehmkügelchen mit dem Schnabel unter Dach- oder Fassadenvorsprünge. „Bitte unterstützen Sie Schwalben beim Nestbau“, ruft Apel auf.
Wer sein Engagement sichtbar machen möchte, kann sich beim Nabu um die wetterfeste Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben. In Baden-Württemberg hat der Nabu bereits 3300 Menschen, ihre Häuser und Ställe ausgezeichnet. „Immer mehr Hausbesitzende zeigen ihre Liebe zu Schwalben und sind Vorbild für ihre Nachbarschaft – das steckt hoffentlich an, so dass weitere Nistplätze in Baden-Württemberg entstehen“, sagt Apel.
Rauch- und Mehlschwalben waren jahrhundertelang ganz selbstverständliche Mitbewohner in Dörfern und Städten. Heute sind die Bestände vielerorts drastisch zurückgegangen. Während sich der Bestand der Rauchschwalbe zuletzt etwas stabilisiert hat, ging die Zahl der Mehlschwalben in Deutschland innerhalb von 40 Jahren um fast die Hälfte zurück, mit einem Tiefpunkt im Jahr 2003. Im Südwesten sieht es nicht besser aus, die Rauchschwalbe wird unter der Kategorie „gefährdet“ auf der letzten Roten Liste der Brutvögel Baden-Württembergs genannt. In der Roten Liste werden alle Brutvogelarten im Land hinsichtlich ihrer Gefährdung eingestuft. Ursachen für den Rückgang sind vor allem der Verlust von Nistmöglichkeiten.
