Offenes Rennen im Pforzheimer Rathaus: Wer setzt sich bei der Sozialbürgermeisterwahl durch?
Pforzheim. Jeder der drei hausinternen Bewerber auf den Posten ist bereits als Favorit gehandelt worden. Es könnte sein, dass sich in einem Fall die Parteizugehörigkeit auswirkt – aber eher als Malus.
Eine Wette wäre reines Glücksspiel: Als völlig unwägbar gilt die Sozialbürgermeisterwahl in Pforzheim am 24. Juni. Beobachter legen sich nur darauf fest, dass einer der internen Bewerber gewinnt – Amtsinhaber Frank Fillbrunn (Foto: Meyer), Amtsleiter Joachim Hülsmann (Foto: Meyer) oder Abteilungsleiterin Katrin Langer (Foto: Daniela Jakob). Die Favoritenrolle aber wechselt. War es nach Bekanntwerden des Kandidatenfelds zunächst Hülsmann, dem bei hoher Kompetenz frischer Wind und notwendige Veränderungen zugetraut werden, so galt im Anschluss Katrin Langer als Favoritin. Sie kann als Expertin für die Zahlen im Sozialsektor punkten, der die städtischen Finanzen und ihre Spielräume dominiert. Es gibt auch Sympathie dafür, nicht nur Männer an der Rathausspitze zu haben.
Jüngst ist zu hören, dass der pflichtbewusste, uneinholbar erfahrene Verwaltungsjurist Fillbrunn (FDP) in den Fraktionen überzeugt habe. Und was zunächst als ein Plus für Langer gedeutet wurde, ihre Mitgliedschaft in der CDU als stärkster Kraft im Ratssaal, könnte sich gegen sie gewandt haben. „Es reicht nicht aus, in Parteizugehörigkeitsdenken zu verharren“, gibt in einer Pressemitteilung ausgerechnet die Pforzheimer CDU-Arbeitnehmerschaft inklusive dem einflussreichen Sozialpolitiker Frank-Johannes Lemke den Stadträten mit auf den Weg – nicht zuletzt den eigenen. Und: Vom CDU-Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Andreas Renner ist bekannt, dass er vor zwei Jahren mit einer Sozialbürgermeister-Kandidatur geliebäugelt hatte.
Nachdem aber nicht Grünen-Stadträtin Sunita Vimal als Baubürgermeisterin gewählt wurde, sondern das parteilos-bürgerliche Ex-CDU-Mitglied Tobias Volle, sah Renner für sich (und jeden CDU-Bewerber) dem Vernehmen nach ein Problem: Es würden dann mit ihm, Dirk Büscher und letztlich OB Peter Boch zu viele CDU-Leute und zu wenige Repräsentanten anderer Parteien auf der Bürgermeisterbank sitzen. Diese soll laut Gemeindeordnung die Kräfteverteilung im Ratssaal mit abbilden, wo die CDU eben nur ein Fünftel stellt. Renner sagt dazu salomonisch nur, es gehe einzig um Eignung. Und: Einen Wett-Tipp hat er nicht.
