Gemeinden der Region
Pforzheim -  19.08.2022
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

PZ-news-Leser auf Großbaustelle: "Jetzt legen wir richtig los auf der A8"

Kieselbronn/Niefern-Öschelbronn/Pforzheim. Da staunten die PZ-news-Leser, als sie im Büro der Autobahn-Gesellschaft Südwest im Pforzheimer Stadtteil Eutingen aus erster Hand erfuhren, was auf der größten Baustelle in der Region läuft. Zurzeit passiere richtig viel beim sechsspurigen Ausbau der A8 im Enztal zwischen Eutingen, Kieselbronn und Niefern-Öschelbronn, schilderten Projektleiter Christian Hauck und Tobias Jäger, der Verantwortliche für Kommunikation der Außenstelle Karlsruhe, der Lesergruppe in ihren Vorträgen. Was die zahlreichen Baufirmen genau machen, um in den nächsten zwei Jahren die neue A8-Trasse Richtung Stuttgart fertigzustellen, erklärten Hauck und Jäger den Lesern aber auch anschaulich bei Abstechern auf die Behelfsbrücke bei der Raststätte und mit einer Tour zur A 8 hinterm Wurmberger Buckel – dort werde viel Erde abgeräumt, um Platz für eine rund 60 Meter breite Grünbrücke für Wildtiere zu schaffen, sagte Bauleiterin Stefanie Kern.

Vor knapp 90 Jahren, als die A8 von Karlsruhe nach Stuttgart entstand, war die Autobahn noch eine leere Straße. Die PZ zeigte einen Farbfilm aus dem Jahr 1939: Bei Karlsbad und Nöttingen kein Auto weit und breit, ein Gärtner bringt in aller Ruhe den Rasenstreifen inmitten der Fahrbahnen in Ordnung. Alte Zeiten. Im Blick zurück irgendwie unwirklich im Enztal, das mittlerweile täglich zwischen 80.000 und 90.000 Fahrer passieren. Und die Fahrbahnen verlaufen dort noch immer so, wie sie von 1934 bis 1938 angelegt worden waren. Nun schafft die Autobahn-GmbH des Bundes, die 2021 die Verantwortung vom Land übernahm, eine breite Straße mit mehr Fahrbahnen und Standstreifen. Die ursprünglichen zwei Spuren in jeder Richtung vermochten schon lange nicht mehr den steigenden Andrang von Autos und Lastwagen zu bewältigen.

Sechs Spuren sollen den Verkehrsfluss verbessern. Zudem werden die Gefällstrecken flacher gestaltet. Und damit Anwohner vom Verkehrslärm abgeschirmt werden, überdeckelt die Bundesgesellschaft die A 8 am Nieferner Enzberg mit einer knapp 400 Meter langen Einhausung. Die Region hatte vor zehn Jahren einen 800 Meter langen Tunnel gefordert, kam damit jedoch beim Bundesverkehrsministerium nicht durch. Jahrelang stritten Anwohner, die Bürgerinitiave „Leise A 8“ und Gemeinden mit dem Land erbittert über mehr Lärmschutz, bis das Regierungspräsidium 2014 einlenkte und mit einem Kompromiss die Pläne für den Umbau unter Dach und Fach brachte.

Vor einem Jahr rückten die Baufirmen an, buddelten die Landschaft ganz gehörig um.

"Nun geht es Ende September richtig los auf der Großbaustelle",

so Projektleiter Hauck.

Auf Eutinger Seite werden die drei neuen Spuren und der Standstreifen sowie die Übertunnelung der A 8 angepackt. Doch der Verkehr mit Tausenden Fahrzeugen muss weiterlaufen. Deshalb habe das Bauunternehmen Strabag am Nieferner Enzberg eine Behelfsstrecke asphaltiert, sagte Hauck – zusammen mit der bisherigen A 8-Seite nimmt diese Fläche rund zwei Jahre lang die Autokolonnen auf. Das beklagten Nieferner Anwohner am Enzberg, breite sich doch mehr Lärm zu ihren Häusern aus, wie die PZ berichtet hat.

Mit Autos brachten die Planer die PZ-Teilnehmer zur Baustelle an der Rastanlage und zum Wumberger Hang, aus nächster Nähe sahen die Leser, was dort alles gemacht wird für die neue Richtungsfahrbahn Stuttgart. „Reichen denn die 340 Millionen Euro oder wird in den aktuellen Krisen alles teurer?“, wollte ein Leser wissen. Haucks Antwort: „Zurzeit halten wir den Kostenrahmen ein.“ Mit einem Informationszentrum bei der Containerburg in Eutingen wolle die Autobahn-GmbH Bürger demnächst noch aktueller informieren, kündigte Jäger an.

Autor: Ralf Steinert