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Pforzheim -  25.09.2026
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Personalbeben im CDU-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis: Geschäftsführer gefeuert

Pforzheim. Kurz vor dem Wochenende dringt die Nachricht nach draußen: Der CDU-Kreisverband Pforzheim/Enzkreis hat sich von Kreisgeschäftsführer Patrick Sommer getrennt und ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Nach PZ-news-Informationen teilten ihm dies am Mittwoch Mitglieder des Kreisvorstands um den Vorsitzenden Martin Gegenheimer persönlich mit.

Patrick Sommer ist mit sofortiger Wirkung als CDU-Kreisgeschäftsführer abberufen worden. Die Gründe bleiben zunächst im Dunklen, sie könnten zwischen politischen und persönlich-atmosphärischen Aspekten liegen. Unregelmäßigkeiten gelten als unvorstellbar.
Patrick Sommer ist mit sofortiger Wirkung als CDU-Kreisgeschäftsführer abberufen worden. Die Gründe bleiben zunächst im Dunklen, sie könnten zwischen politischen und persönlich-atmosphärischen Aspekten liegen. Unregelmäßigkeiten gelten als unvorstellbar. Foto: CDU (Archiv)

Widersprüchliche Angaben gibt es darüber, ob Carsten Buchholz dem Kündigungsgespräch telefonisch zugeschaltet war. Er gehört dem Kreisverband nicht an und leitet das Berliner Büro des Pforzheimer Bundestagsabgeordneten und Staatsministers im Auswärtigen Amt, Gunther Krichbaum. Krichbaum war von 2010 bis 2025 Kreisvorsitzender. Er und sein Vorgänger Stefan Mappus sind heute Ehrenvorsitzende. Anders als Mappus ist Krichbaum weiterhin politisch aktiv und eng mit dem Kreisverband verbunden: Dieser nominiert den Bundestagskandidaten und erhält von ihm eine sogenannte Mandatsträgerabgabe. In der CDU-Zentrale an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße liegen neben der Kreisgeschäftsstelle auch Krichbaums Wahlkreisbüro und die Büros der Landtagsabgeordneten Andreas Renner und Nico Gunzelmann. Unter Krichbaums Vorsitz war Sommer 2022 eingestellt worden. Zuvor war der gelernte Journalist mit kaufmännischer Ausbildung in gleicher Funktion für Krichbaums Fraktionskollegen Roderich Kiesewetter im Ostalbkreis tätig.

Die sofortige Abberufung überrascht: Sie erfolgt kurz nach den Ferien, ohne verlorene Wahl im Gepäck und nach Rückeroberung beider Landtagsmandate. Manch innerparteilicher Beobachter sieht Zusammenhänge mit Grabenkämpfen zwischen zwei Lagern. Das wohl etwas größere gruppiert sich um Krichbaum und seine Frau Oana, Pforzheimer Stadträtin und Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft. Dazu werden auch Stadtverbandsvorsitzender Bastian Meyer und Stadtrat Frank-Johannes Lemke gezählt. Auf der anderen Seite standen im Wesentlichen das Umfeld des früheren JU-Vorsitzenden und Landtagskandidaten Philipp Dörflinger sowie mehrere lokale Mandatsträger. Thematisch betrafen die Dispute die Verteilung von Mitteln für Bundestags-, Landtags-, OB- und Kommunalwahlkämpfe sowie Personalentscheidungen für den Stadtverbandsvorsitz und die Landtagskandidatur im Wahlkreis Pforzheim. Bei Letzterer setzte sich der später in den Landtag gewählte Andreas Renner gegen Meyer durch.

Offen reden will niemand

Sommer war allerdings nicht als Vertreter eines der beiden Lager aufgefallen. Er wollte auf PZ-news-Nachfrage nichts sagen – auch nicht dazu, dass er offenbar binnen kurzer Zeit Schlüssel und Zugriffsrechte auf die Partei-EDV abgeben musste und es dem Vernehmen nach bereits eine zumindest kommissarische Nachfolge gibt. Ob er rechtlich gegen seine Freisetzung vorgehen wird, ließ er ebenfalls offen. Das könnte nach PZ-news-Informationen schwierig werden: Sommer ist der einzige Beschäftigte der Kreispartei. Je weniger Mitarbeiter ein Arbeitnehmer hat, desto kleiner ist der Kündigungsschutz.

Auch Gegenheimer äußerte sich nicht zu den Gründen: „Zu Personalangelegenheiten sagen wir grundsätzlich nichts, auch zum Schutz des Betroffenen.“ Er verneinte jedoch die auf zwei anderen Quellen beruhende Angabe, Krichbaums Büroleiter Buchholz sei bei der Mitteilung an Sommer telefonisch zugeschaltet gewesen. Unsaubere Arbeit oder Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen schließen alle informellen PZ-news-Gesprächspartner als Trennungsgrund aus. Sommer habe sehr effizient und wirtschaftlich agiert, sei dabei geradezu oberpenibel gewesen, im persönlichen Umgang auch darum aber nicht immer einfach. Vor allem seit er 2025 bei der Nominierung für die Landtagswahl im Enzkreis dem jungen Parteifreund und späteren Wahlkreissieger Nico Gunzelmann unterlegen war. Womöglich habe Sommer darin einen Mangel an Rückhalt gesehen. Während des folgenden Wahlkampfs habe Sommer einige Tage Urlaub gemacht, ohne dies ausreichend kommuniziert zu haben, heißt es, und nun erneut. Ob das zutrifft und ganz banal darin der Grund für die Trennung liegt, bleibt Spekulation.

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