Pforzheimer Freimaurer-Loge Reuchlin will künftig mit Benefizaktionen mehr Präsenz zeigen
Pforzheim. Der weltweit organisierte Bruderbund der Freimaurer gilt durch seine Symbole, Riten und Rituale seit jeher als geheimnisumwitterte Vereinigung. Entstanden im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert aus Steinmetzbruderschaften, die an den Kathedralen Europas arbeiteten, haben sich die Freimaurer im Lauf der Jahrhunderte längst zu einer eigenständigen Organisation entwickelt, die ihre Mitglieder auf moralische und ethische Prinzipien einschwört. Diese Grundsätze werden auch in der 1865 gegründeten Freimaurer-Loge „Reuchlin“ lebendig gehalten, die den Namen des Pforzheimer Humanisten trägt, der ein Symbol für Brüderlichkeit und Menschlichkeit gewesen ist.
Der weltweit organisierte Bruderbund der Freimaurer gilt durch seine Symbole, Riten und Rituale seit jeher als geheimnisumwitterte Vereinigung. Entstanden im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert aus Steinmetzbruderschaften, die an den Kathedralen Europas arbeiteten, haben sich die Freimaurer im Lauf der Jahrhunderte längst zu einer eigenständigen Organisation entwickelt, die ihre Mitglieder auf moralische und ethische Prinzipien einschwört. Diese Grundsätze werden auch in der 1865 gegründeten Freimaurer-Loge „Reuchlin“ lebendig gehalten, die den Namen des Pforzheimer Humanisten trägt, der ein Symbol für Brüderlichkeit und Menschlichkeit gewesen ist.
Neuer "Meister vom Stuhl" in der Loge Reuchlin
In jüngster Vergangenheit gewährte die Pforzheimer Bruderschaft im Logenhaus, der „Villa Becker“ in der Wilferdinger Straße 62, immer mal wieder beim Tag der offenen Tür Einblicke in ihre teils auch mythologisch geprägten Strukturen. Sich stärker in der Öffentlichkeit zu präsentieren, will nach dem sogenannten „Hammerwechsel“ der neue „Meister vom Stuhl“ und Vorsitzende Frank Sehlmeyer forcieren. Bei der jüngsten „Sommerjohanni“-Feier in Pforzheim, an dem mehrere Logen aus näherer und weiterer Umgebung teilnahmen, hat Sehlmeyer das Führungszepter von seinem Vorgänger Andreas Vollmer übernommen, der in der Loge nun als „Alt-Stuhlmeister“ fungiert.
„Von außen werden die Freimaurer oft als Geheimbund gesehen. Ich würde eher von einer Wertegemeinschaft sprechen, die nach Idealen wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Menschlichkeit strebt“ -
Frank Sehlmeyer, "Meister vom Stuhl" der Loge Reuchlin
„Politik und Religion werden bei uns grundsätzlich nicht diskutiert. Jeder ist frei in seiner Orientierungsausrichtung“, erläutert Sehlmeyer. Symbole, wie etwa der Winkel am Band als Steinmetzwerkzeug, dienten dazu, moralische Lehren innerhalb der Loge zu vermitteln und die Mitglieder zu Selbstreflexion und persönlichem Wachstum zu inspirieren. „Von außen werden die Freimaurer oft als Geheimbund gesehen. Ich würde eher von einer Wertegemeinschaft sprechen, die nach Idealen wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Menschlichkeit strebt“, sagt der Pforzheimer „Meister vom Stuhl“. Und so geheim seien die Rituale der Freimaurer nun auch wieder nicht. „Man kann sie in jeder Uni-Bibliothek nachlesen. Um die Symbolik zu verstehen, braucht es aber Basiswissen“, weiß Sehlmeyer.
Demnächst will der Logen-Meister wieder eine Sammelaktion ausrufen. Dem Lore Perls Haus in Pforzheim hat die Bruderschaft bereits Spendengelder zukommen lassen, Unterstützung soll ebenso der Malteser Hilfsdienst erhalten. Angedacht ist auch, einer Kindertagesstätte bei der Hitzewelle mit einem mobilen Klimagerät auszuhelfen. Auch Sonderstammtische „mit Freimaurern zum Anfassen“ stellt der „Meister vom Stuhl“ in Aussicht. „Unsere Bruderschaft wirkt zu wenig nach außen – das möchte ich ändern“, sagt er.
