Pforzheimer Stadtrat Klein zu Verzicht auf Aufsichtsratssitz bei der Stadtbau gedrängt
Pforzheim. Der Stadtbau-Aufsichtsrat hat Stadtrat Reinhard Klein (Bürgerliste) in seiner Sitzung am Montag zum Niederlegen seines Aufsichtsratsmandats gebracht,, wie die PZ aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Zuvor hatte der Aufsichtsratsvorsitzende OB Peter Boch Klein damit konfrontiert, dass dieser eigenmächtig Gespräche mit einem potenziellen Investor für das in Stadtbau-Besitz befindliche frühere C&A-Gebäude am Marktplatz gestartet haben soll. Ein Scheitern aller Verhandlungen habe Boch danach nur unter Mühe verhindern können.
Daraufhin votierte der gesamte Aufsichtsrat dafür, dass der Gemeinderat Klein seinen Aufsichtsratssitz entzieht. Man habe ihm angeboten, sein Mandat selbst niederzulegen, was er tat. Nun kann ein anderer aus seiner Fraktion als Aufsichtsrat nachnominiert werden. Stadt und Stadtbau kommentierten den Vorgang unter Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Sitzung nicht. Klein reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf die per E-Mail gestellte Anfrage. Es ist nach dem Aufsichtsrat des Südwestdeutschen Kammerorchesters das zweite Mal, dass Klein unfreiwillig aus einem solchen Gremium ausscheidet.
Reaktion der Freien Wähler und Frauenliste
Am Mittwochnachmittag melden sich die Stadträte Michael Schwarz und Sabine Zeitler zu Wort:
"Die freie Wähler Partei und Frauenliste Pforzheim sehen den Rücktritt von Reinhard Klein (Bürgerliste Pforzheim) als Aufsichtsrat der Stadtbau GmbH als sehr konsequent und folgerichtig an. Den beiden Stadträten Michael Schwarz und Sabine Zeitler sind die Verfehlungen nicht bekannt - es handelt sich um einen Alleingang von Herrn Klein. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu tragen, insbesondere sind hier die Rechte und Pflichten zu beachten, so der Fraktionsvorsitzender Michael Schwarz. Insbesondere liege immer der Focus auf den wirtschaftlichen Interessen der Stadtbau GmbH mit kritischer Begleitung. Es sei bekannt, dass durch den Kauf von innerstädtischen Immobilien die Stadtbau GmbH in wirtschaftliche Schwierigkeiten kam und daher eine städtische Finanzspritze von 37 Mio. Euro benötigt wurde. Für den Aufsichtsrat bedeutet dies einen strikten Konsolidierungskurs zu fahren. Die Fraktion wird nun intern die Vorwürfe gegen Reinhard Klein aufarbeiten."
