Prominenter Unternehmer beim Pforzheimer Wirtschaftsrat: Bei Globus geht es auch um die Wurst
Pforzheim. Der Einzelhandel ist nicht gerade auf Rosen gebettet. Wie sich ein Familienunternehmen fast 200 Jahren erfolgreich am Markt behaupten kann, schilderte Matthias Bruch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Globus Holding, am Donnerstag im Parkhotel den Mitgliedern und Freunden des Pforzheimer Wirtschaftsrates.
Die Globus-Gruppe wurde im Jahr 1828 gegründet und gehört zu den größten Familienunternehmen Deutschlands. Sie vereint unter ihrem Dach 77 Globus-Markthallen sowie 90 Globus-Baumärkte.
Doch wie gelingt es Globus in einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld auf Erfolgskurs zu bleiben? Das Konzept des „Local Hero“ mache das Unternehmen außergewöhnlich in der deutschen Lebensmittellandschaft, sagt Bruch voller Stolz auf die Familientradition, die schon sechs Generation zurückreicht. Hauseigene Metzgerei, Meisterbäckerei, Globus-Restaurants und Sushi-Küchen stehen für Frische, Vielfalt und Regionalität. Schweinhälften und Rinderviertel werden täglich im Markt frisch angeliefert und von den Metzgern zu Wurst- und Fleischspezialitäten verarbeitet.
„Dabei wird beim Würzen auch der regionale Geschmack der Kunden berücksichtigt“,
erzählt Bruch.
Der Renner ist im Saarland der Globus-Fleischkäse-Weck, der zum Kampfpreis von einem Euro verkauft wird.
Ein Großteil der Produkte stammt aus regionaler Erzeugung – damit hebt man sich von großen Lebensmittelkonzernen ab, die deutlich höhere Marktanteile haben. Globus liegt als Familienunternehmen gerade mal bei zwei Prozent Marktanteil. Kundenfreundlich und preisgünstig will Globus sein. Das Kerngeschäft sind Markthallen und Baumärkte. Derzeit sind rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Globus beschäftigt – fast ausschließlich sozialversicherungspflichtige Voll- und Teilzeitkräfte. Über 10.000 Mitarbeiter sind mittels Mitarbeiterbeteiligung stille Gesellschafter und somit echte Mitunternehmer. Von ein paar hundert Euro bis zu 10.000 Euro reicht die jeweilige Beteiligung, die mit einer Rendite zwischen acht und zehn Prozent belohnt wird. 100 Millionen Euro der Mitarbeiter stecken im Unternehmen, das einer Stiftung gehört.
„Mein Vater wollte damit eine Übernahme verhindern.“
Die familienfreundliche Ausrichtung des saarländischen Unternehmens wurde mehrfach ausgezeichnet.
Matthias Bruch
. . . wurde 1983 in St. Wendel im Saarland geboren. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten in Marburg und Köln. Seine Karriere startete er beim irischen Lebensmittelhändler Superquinn in Dublin. Von 2010 bis 2014 war er bei Ferrero Deutschland tätig. Bruch ist verheiratet und hat drei Kinder. Er leitete von 2017 bis 2019 den Globus-Markt in Saarbrücken-Güdingen. Zum 1. Juli 2020 übernahm er die Geschäftsführung der Globus Holding von seinem Vater Thomas Bruch. Er führt das Familienunternehmen mit Hauptsitz in St. Wendel damit in sechster Generation.
