Pünktlich zum Schmotzigen Donnerstag: Rathäuser in Pforzheim und dem Enzkreis wurden gekapert
Pforzheim/Enzkreis. Pünktlich zum Schmotzigen Donnerstag stürmen die hiesigen Narren das Rathaus – mit Nebelkerzen oder unter lautem Gesang. Bis zum Aschermittwoch haben sie in der Region das Sagen.
In Ersingen ist die Schule jetzt aus

Rektor Frank Notar (Mitte) hat in Ersingen keine Chance: Als das Kinderprinzenpaar der Karnevalsgesellschaft „Fledermaus“ auftaucht, überreicht er sofort den Schlüssel zum Schulhaus. Begleitet vom großen Prinzenpaar Monja I. (links) und Luca I. (rechts), nehmen ihn Lara I. und Julius II. gern an sich. Mit Unterstützung der Fleckenhexen gelingt es ihnen im Handumdrehen, die Kinder aus den Klassenzimmern auf den Schulhof zu holen. Dort wartet bereits der Musikverein mit einigen schwungvollen Stücken. „Herr Notar rückt den Schlüssel raus, denn die Schule ist jetzt aus“, ruft das Kinderprinzenpaar. - Nico Roller
Sparfüchse auf dem Ersinger Dorfplatz
Ordentlich in Schale geworfen hat sich in Ersingen das Team der Gemeindeverwaltung. Die meisten haben sich als Sparfüchse verkleidet: mit Overalls, die sie passend zum Motto selbst bezahlt haben. Auch einen thematisch passenden Orden hat man gestaltet und mithilfe von Künstlicher Intelligenz einen Partyhit herausgebracht. Auf dem Dorfplatz hat das Rathausteam die „Finanzierbar“ aufgebaut, die laut Bürgermeister Thomas Maag ein Ort der Begegnung sei. Um Kosten zu sparen, hat man das Grundgerüst so konstruiert, dass man es unbegrenzt wiederverwenden kann. - Nico Roller
Erster Rathaussturm der Geschichte in Neulingen
Was in Faschingshochburgen am „Schmotziga Dunnerstig“ längst Tradition ist, feierte am Nachmittag in Neulingen eine Premiere mit einem Rathaussturm durch die Waldhexen aus Nußbaum und Buckelhexen aus Neulingen und Umgebung. Diese haben Bürgermeister Michael Schmidt (Dritter von links) überfallen, verhaftet und "entmachtet", wobei er vor dem Verwaltungszentrum Bauschlott im Beisein vieler Schaulustiger symbolisch den Rathausschlüssel bis Aschermittwoch abgeben musste. - Peter Dietrich
Straubenhardter Bürgermeister gefesselt zum Henkersmahl
Mit blauem und schwarzem Rauch und Nebelkerzen zogen die Feldrennacher Nebelhexen zum Sturm aufs Rathaus – und es gelang ihnen, Bürgermeister Helge Viehweg zu entmachten. Den Straubenhardter Rathauschef führten die Hexen gefesselt vor. Bis zuletzt rang Viehweg mit Zunftmeister Manuel Binder um den riesigen Schlüssel – ein veritables Machtsymbol, das aber zum Schluss an die Hexen ging. Dem Bürgermeister wurden noch einige „letzte Worte“ zugestanden, danach gabs für alle eine Henkersmahlzeit, wie Viehweg es nannte. - Angela Baum
Remchinger Bürgermeisterin muss sich dem Narrentribunal stellen
Egal, wie wortreich sie sich verteidigt, wie viele Erklärungen und Entschuldigungen sie formuliert: Am Ende muss Julia Wieland ihre Macht abgeben. Vor dem Narrentribunal der Singener Spaßvögel kann die Remchinger Bürgermeisterin nicht bestehen. Die Anklageschrift verlesen ihre Lieblichkeit Elisha I. und seine Tollität Fabian I., das Urteil spricht Präsidentin Sarah Sebastian ohne Gnade: „Der Bürgermeisterin, das tut uns leid, wird die Macht entzogen und das für einige Zeit.“ Den Schlüssel zum Rathaus muss sie ans Prinzenpaar abgeben, zudem einen Narren mit Getränken aufwiegen und „fürs Volk ganz nahbar“ sein. „In fünf Tagen, wenn der Narrenbaum brennt, soll sie berichten, was sie neu erkennt.“ - Nico Roller
Gräfenhausen ist jetzt offiziell "Klemmerland"
Mit Fackeln und musikalischer Unterstützung vom Fanfarenzug Schwann, zogen die Klemmer in großem Gefolge zur Machtzentrale des Klemmerlands. Mit EI (Echter Intelligenz) verkündete Klemmerpräsidentin Verena Schumacher: „Als Gegenmittel zum Irrsinn der Welt, haben wir ein Konzept und Ausdauer, denn heute regiert mit Humor und Gemeinschaft der Fasching“. Dem stimmte auch Prinzessin Katharina I. bei, „denn die Gesetze heißen nun „Spaß, Frohsinn und gute Laune“. Lautstark und mit närrischem Charme forderte die Narrenschar: „Schultes rück den Schlüssel raus“. Doch dieser war krankheitsbedingt verhindert und so sträubte sich Stellvertreter Joachim Hausmann gegen die Herausgabe. Nachdem Hausmann überprüfte, ob die Narrenschar auch überall gute Laune hat, erlag der Bürgermeister-Stellvertreter dem Charme der Klemmer-Prinzessin und stellte sich nicht länger in den Weg. Hausmann überreichte den Schlüssel in der Hoffnung, „dass am Aschermittwoch ist noch alles im Lot, denn sonst ist er der Idiot“. - Jürgen Keller
Royal geht es jetzt im Neuhausener Rathaus zu
Der Rathausschlüssel in Neuhausen ist in Narrenhand. Das Hau Hu Prinzenpaar Prinzenpaar Sara I. und Lars I., Schellau-Prinzessin Chantal I. sowie das Hau-Hu-Kinderprinzenpaar Prinz Max I. und Prinzessin Zoé I. (v.l.n.r) halten den Schlüssel der Machtzentrale in Händen. Bürgermeisterin Sabine Wagner (Hintergrund) verabschiedet sich bis Aschermittwoch in den Ruhestand.
In Eisingen zieht jetzt der Spaß ein
Die Schlappensaicher-Hexen haben in Eisingen die Macht übernommen. Mit einem „neuen Regelwerk ohne Paragraf und Amtsvermerk“. Für sie ist klar, wie es in Eisingen bis Aschermittwoch weitergeht: „Der Ernst bleibt draußen, der Spaß zieht ein, so muss es sein.“ Bürgermeister Sascha-Felipe Hottinger rufen sie zu: „Wir kommen nicht leise, wir kommen mit Macht, denn Fasching wird hier recht gemacht.“ Den Schlüssel übergibt er gern, natürlich mit der Erwartung, dass die Hexen alles am Laufen halten. Er wünscht sich bis Mittwoch, um halb acht den Schreibtisch leer, „das fänd‘ ich fair“. - Nico Roller
Freudentanz im Knittlinger Sitzungssaal
Gute Laune brachten die Knittlinger Kinder ins Fauststadt-Rathaus. Für Bürgermeister-Stellvertreter Martin Reinhardt (links) ein überzeugendes Argument für ihren Rathaussturm. Lautstark zeigten sich die gut 80 Kinder vom Kindergarten Goethestraße, der Kita Naturgruppe „Buntspechte“, der Vorschulgruppe „Dachse“ und des katholischen Kindergartens „Sonnenschein“ mit dem Lied „Voll aufgedreht“. Ein weiteres Highlight nach Kinderdisco, Modenschau und Polonaise. Statt der Diskussionen um knappe Finanzen gab es im Sitzungssaal Tanz, Süßigkeiten und ausgelassene Kinderfreude. - Volker Henkel
Finaler "Gewahrsam" für Schömberger Bürgermister Leyn
Zum letzten Mal bekam Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn (im weißen Kittel) die Leviten von den beiden Vorsitzenden der Schömberger Eulenlochhexen Katrin Hofmann (links daneben) und Pascal Hohenstatt (rechts daneben) gelesen. Rund sechs Wochen vor seinem vorzeitigen Amtszeitende wurde Leyn vom Eulenlochwächter Michael Hofmann (hinten links), vom Hansele und natürlich von allen Hexen mit Handschellen gefesselt und aus seinem Rathaussessel gehievt. Narri Narro hallte es aus dem Schömberger Rathaus, nachdem dessen Chef erfolgreich in „Gewahrsam“ genommen wurde. - Ulrike Knöller
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Auch in der Goldstadt geht es turbulent zu
Am Altweiberfasching ist kein Rathaus in Pforzheims Ortsteilen vor dem Ansturm der Narren sicher – auch wenn die heiß begehrten und flugs ergatterten Schlüssel seit der Eingemeindung nur begrenzte Macht versprechen dürften. Die Entthronten wissen um ihr Schicksal und nehmen es mit Humor.
In Büchenbronn wechselt die Macht
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Pünktlich um 19.11 Uhr ertönt in Büchenbronn der Ruf der „Kohlrabiner“: „Jetzt übernehmen wir den Laden - Attacke.“ Der zweite Vorsitzende Christian Stephan (links) ergreift die Herrschaft und den Schlüssel von Ortsvorsteher – und eigentlich kölschem Jecken – Mario Röseling.
Eutinger "Piraten-Kapitän" weht vorerst von Deck
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Der Piraten-Kapitän Andreas Renner (Mitte) muss sich ergeben. Beim Rathaussturm in Eutingen rücken die „Schedderles Hexen“ in großer Zahl an und zwingen den sofort enttarnten Ortsvorsteher Renner zur Schlüsselübergabe. Ab sofort regieren auch hier die Narren.
Entführung aus dem Rathaus
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Der selbst versprühte weiße Nebel hat sich bereits verzogen, als die „Keibelhexen“ Ortsvorsteherin Melanie Kirchgessner aus dem Huchenfelder Rathaus entführen. Mit ihrer Verkleidung als Bauarbeiterin konnte sie die gewitzten Schauergestalten nicht hinters Licht führen.
