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Enzkreis -  09.07.2020
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Regionale Firmen von dramatischem Einbruch des Exports stark betroffen

Pforzheim. Der dramatische Einbruch der deutschen Exporte in der Corona-Krise hat sich im Mai fortgesetzt, dennoch gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer. Der Wert der Warenausfuhren sank im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat massiv um 29,7 Prozent auf 80,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat, der bislang den Tiefpunkt markiert hatte, stiegen die Exporte jedoch um 9,0 Prozent. Im aktuellen Konjunkturbericht der IHK Nordschwarzwald gehen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von geringeren Exporten in den kommenden Monaten aus

Im aktuellen Konjunkturbericht der IHK Nordschwarzwald gehen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von geringeren Exporten in den kommenden Monaten aus. Foto: dpa-Archiv/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild
Im aktuellen Konjunkturbericht der IHK Nordschwarzwald gehen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von geringeren Exporten in den kommenden Monaten aus. Foto: dpa-Archiv/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Nach einer Sonderumfrage des DIHK bleibt die Corona-Pandemie eine enorme Belastung für deutsche Unternehmen im Ausland. 83 Prozent der Befragten beklagen Umsatzeinbrüche. 72 Prozent der Ende Juni befragten regionalen Firmen berichten in einer regionalen Corona-Umfrage über weniger Nachfrage, insbesondere aus der EU (42,6 Prozent) und aus dem Nicht-EU-Ausland (30,2 Prozent).

"Gerade die Industrie im Nordschwarzwald ist darauf angewiesen, dass der internationale Handel wieder in Schwung kommt."

Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald

„Gerade die Industrie im Nordschwarzwald ist darauf angewiesen, dass der internationale Handel wieder in Schwung kommt“, so Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. Als Indikator für die Exporttätigkeit der Unternehmen kann die Anzahl der von der IHK Nordschwarzwald ausgestellten Außenhandelsdokumente herangezogen werden.

Massiver Rückgang im April, Trendwende im Juni

Zu Beginn der Corona-Krise, im März 2020, waren noch keine rückläufigen Zahlen festzustellen. Einen massiven Rückgang um 37 Prozent gab es im April 2020. Im Mai bewegten sich die Exportzahlen auf demselben niedrigen Niveau. Eine Trendwende zeichnete sich im Juni ab: Die Zahl der Exportsendungen aus dem Nordschwarzwald legte um 15 Prozent zu. Drastisch war der Einbruch auch bei den Carnetzahlen. Im April 2020 wurde lediglich ein einziges Carnet bei der IHK Nordschwarzwald beantragt – im Vergleich zu 27 Carnets im April 2019.

28 Prozent der Firmen im Nordschwarzwald gaben in der Corona-Umfrage an, Personal abbauen zu müssen. 95 Prozent berichten, dass sie ihre Lieferketten wegen der Corona-Pandemie nicht kurzfristig umstellen können. Auch eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland plant fast kein international tätiges Unternehmen aus dem Nordschwarzwald. „Weit oben auf der Liste der von regionalen Unternehmen genannten notwendigen Maßnahmen der Politik stehen die Reisefreiheit für Geschäftsreisen und eine Normalisierung des internationalen Warenverkehrs.“

Autor: Lothar Neff und dpa