Repair-Café startet in Pforzheimer Nordstadt neu durch
Pfrozheim. Überall liegen Werkzeuge und Messgeräte bereit, es herrscht geschäftiges Treiben in dem großen und hellen Raum. Während an einem der Arbeitsplätze eine Nähmaschine wieder instand gesetzt wird, beugen sich an einem anderen Tisch zwei Personen über eine Telefonanlage: Die Premiere des Repair-Cafés am vergangenen Donnerstag in den Räumlichkeiten des Familienzentrums Nord an der Wittelsbacherstraße 3 ist ein voller Erfolg.
Ab sofort werden hier verschiedene defekte Dinge wieder zum Leben erweckt: Von Küchen- über Haushaltsgeräte bis zu Reißverschlüssen. Lange Zeit war der Reparaturservice eine feste Institution an der Deimlingstraße, doch dann wurde der Umzug in die Nordstadt nötig.
Verbesserte Bedingungen
Eine Neuerung dabei: Personen, die darauf warten, dass ihr Gerät wieder läuft, können sich die Wartezeit mit leckerem Kaffee und Kuchen im Café „Daheim“ versüßen.
Auch sonst habe sich das ein oder andere verändert, erzählt Lothar Besigk, der Elektrotechnik studierte, und nun als Rentner ehrenamtlich Geräte repariert: „In dem Kellerraum, in dem wir vorher waren, war es nicht nur dunkel, sondern auch eng.“
Außerdem gebe es neue Angebote, beispielsweise „Smart Senior“, eine Veranstaltung, die Senioren im Umgang mit Mobiltelefonen schult.
Auch Björn Oberdorfer, Leiter des Familienzentrums Nord und Teil des Quartiersmanagements Nordstadt ist froh, dass das Repair-Café nun in der Nordstadt ist: „Man hat hier angefragt und wir haben uns gefreut.“
Ein weiterer Punkt, der Besigk am neuen Standort gefällt, ist die Nähe zu den Menschen. Zur Einrichtung in der Deimlingstraße habe man hinfahren müssen, die Wittelsbacherstraße könnten viele Menschen schnell zu Fuß erreichen, ist er sich sicher und tüftelt an Ilse Kästners Telefon weiter.
Sie erzählt, die Anlage sei heruntergefallen und gebe nun keinen Ton mehr von sich. Besigk kann die Rentnerin jedoch beruhigen: „Wir werden den Lautsprecher wieder anlöten und dann wird das Ding wieder tun, da bin ich mir ganz sicher.“
Ganz so unkompliziert ist die Reparatur der Kaffeemaschine am Nachbartisch jedoch nicht, doch diese würden sowieso nur in Ausnahmefällen repariert. Gerade bei Vollautomaten sei die Instandsetzung meist zu teuer und der Zeitaufwand von rund zwei Stunden zu groß, erklärt Besigk.
Kostenloses Angebot
Er bestärkt jeden, das kostenlose Angebot wahrzunehmen. Die Reparatur sei „eine Schonung der Ressourcen“. Und sollte das auf EU-Ebene diskutierte Gesetz, das Hersteller dazu verpflichten soll, ihre Geräte reparaturfähig zu machen, tatsächlich in Kraft treten, würde er sich freuen: „Das ist auch im Sinne der Nachhaltigkeit."
Die Erfolgsquote der Reparaturen liege bei 50 Prozent.
Auch die Menschen seien begeistert: „Wenn das Gerät repariert ist, gibt es ein strahlendes Lächeln.“
Das Repair-Café ist kostenlos und zertifiziert, sodass die Geräte nach der Reparatur die Vorgaben der Vertriebsgesellschaft für Elektrogeräte (VGE) einhalten. Die nächsten Termine sind Donnerstag, 14. März von 16 bis 19 Uhr und Freitag, 15. März von 15 bis 18 Uhr.
