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Enzkreis -  01.08.2021
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Rotary-Club Pforzheim leistet Anschubfinanzierung: Jugendliche mit einem Klick erreichen

Pforzheim. Es war ein Fernsehabend, der Norbert Ratzlaff, Präsident des rotarischen Jahres 2021/2022, nachdenklich stimmte: am 11. Februar 2021 hatte Markus Lanz nicht nur Markus Söder als Gesprächspartner, sondern auch Gründer Kai Lanz. „Dieser hat eine Chat-Seelsorge gestartet und berichtete darüber, wie immens der Bedarf ist“, erzählt Ratzlaff. Und so habe er überlegt, wer das in Pforzheim voranbringen könnte.

Rotary-Projektbeauftragter Rainer Zimmermann und Rotary-Pforzheim Präsident Nobert Ratzlaff stellen mit Pfarrer Hans Gölz-Eisinger 10 000 Euro für die Weiterentwicklung der Telefonseelsorge Nordschwarzwald, deren Chef Pfarrer Ulrich Weber ist (von links), zur Verfügung.  Foto: Meyer
Rotary-Projektbeauftragter Rainer Zimmermann und Rotary-Pforzheim Präsident Nobert Ratzlaff stellen mit Pfarrer Hans Gölz-Eisinger 10 000 Euro für die Weiterentwicklung der Telefonseelsorge Nordschwarzwald, deren Chef Pfarrer Ulrich Weber ist (von links), zur Verfügung. Foto: Meyer

Der rotarische Freund und Pfarrer der Stadtkirche, Hans Gölz-Eisinger, habe den Kontakt zu Pfarrer Ulrich Weber von der Telefonseelsorge hergestellt. Und schnell war klar, dass etwas Großes entstehen sollte: „Wir denken über die Chat-Seelsorge nach, aber es fehlt der Etat dazu“, sagte Pfarrer Weber damals. Dem ist nun nicht mehr so: Der Rotary-Club Pforzheim spendet 10 000 Euro als Anschubfinanzierung für die Chat-Seelsorge. „Damit möchten wir ein Zeichen setzen“, sagt Ratzlaff.

„Die Telefonseelsorge ist schon längst nicht mehr nur telefonisch zu erreichen“, erklärt Pfarrer Weber. Seit drei Jahren würden Hilfesuchende per Mail beraten und nun sei die Chat-Seelsorge die logische Folge. „Der Chat zeichnet sich dadurch aus, dass die 15 bis 35 Jährigen erreicht werden“, weiß Weber. „Das Telefon hat einen anderen Schwerpunkt.“ Die Nachfrage nach Mail- und Chat-Seelsorge würden stetig steigen. „Es gibt immer zu wenig Kapazitäten, egal ob in der Telefon-, Mail- oder Chatseelsorge“, sagt Weber. Das Team der Telefonseelsorge bestehe aus der rund 80 Ehrenamtlichen, die eine mehrmonatige Ausbildung durchlaufen haben. Für den Chat-Bereich seien Neue hinzugekommen. „Spätestens zum Jahreswechsel geht es dann los.“ „Das ist fantastisch. 90 Prozent der Information und Kommunikation der Jugendlichen läuft über das Handy. Und wer da nicht präsent ist, erreicht sie nicht wirklich“, weiß Stadtkirchenpfarrer Hans Gölz-Eisinger. Er freue sich, dass das Angebot in Pforzheim realisiert würde.

Autor: Susanne Knöller