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Mühlacker -  04.07.2023
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Sorgen um Mühlacker Fliesen-Werk: Steuler meldet Insolvenz an

Mühlacker/Bremen. Dunkle Wolken über Mühlacker: Der Vorstand der Steuler Fliesengruppe AG mit Sitz in Bremen/ Bremerhaven hat beim Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, wie das Unternehmen mit bundesweit rund 650 Mitarbeitern am Dienstag mitteilte.

Das hochmoderne Mühlacker Steuler-Werk hat 125 Mitarbeiter.
Das hochmoderne Mühlacker Steuler-Werk hat 125 Mitarbeiter. Foto: PZ-Archiv

Steuler ist an vier Standorten vertreten, darunter das große Werk in der Senderstadt – nun bangen dort 125 Mitarbeiter um ihre Arbeit. Seit über 100 Jahren wird dort Wohnkeramik für Wand und Boden produziert. Steuler selbst spricht von einem der modernsten Fliesenwerke Europas.

Ziel sei es nun, die Unternehmensgruppe in den nächsten Monaten erfolgreich zu restrukturieren, um gestärkt aus dem Verfahren hervorzugehen und damit den Fortbestand des Unternehmens und der Arbeitsplätze zu sichern, betont man bei Steuler. Der Geschäftsbetrieb laufe vollumfänglich weiter, betont Peter Wilson, Vorstand der Fliesengruppe.

„Wir sind mit der gewohnten Zuverlässigkeit für unsere Kunden und Lieferanten da und vertrauen darauf, dass diese uns umgekehrt während dieser herausfordernden Phase die Stange halten. Ich bin zuversichtlich, dass wir als Unternehmensgruppe Anfang 2024 leistungsfähiger denn je aufgestellt sein werden“, sagt Wilson und stellt den Unterschied zur Regelinsolvenz dar: „Der Fortbestand des Unternehmens ist das klare Ziel aller Beteiligten.“

Der Grund für die nun notwendige Sanierung: eine einmalige Baukrise, bei gleichzeitig stark rückläufigen Märkten in ganz Europa, heißt es. Zu schaffen machen extreme Steigerung der Baupreise und Zinsen für Immobilienkredite sowie die große Verunsicherung über das neue Heizungsgesetz.

Das führte zu deutlich sinkenden Umsätzen im Fliesengeschäft, die in einem drastischen Einbruch im Juni mündeten, so das Unternehmen.

Die Eigenverwaltung wird von den Restrukturierungsexperten von Ebner Stolz (Köln) begleitet. Als Generalbevollmächtigter soll Jan Hendrik Groß von besagtem Beratungsunternehmen bestellt werden.

Autor: kal/kin/pm