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Pforzheim -  21.08.2019
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Stärkere Kontrollen bei Grillen im Freien: Was ist erlaubt und was nicht?

Pforzheim. In der Sommerzeit zieht es Grillwütige ins Freie. Doch außerhalb der offiziellen Wiesen im Würmtal, der Ark und den Ditzelswiesen und den dort befindlichen offiziellen Feuerstellen gibt es Einschränkungen, was die Nutzung angeht. Immer wieder erreichen die Stadtverwaltung Hinweise darauf, dass es sich jemand an den Ufern der renaturierten Enz oder auch an der Nagold gemütlich macht und den Grill an irgendeiner Stelle auspackt. Überall Hinweisschilder anzubringen, ist nach Einschätzung der Stadt bei der Fülle fremdsprachlicher Nutzer nicht zielführend. Was also ist erlaubt? Die PZ hat nachgefragt.

Wie darf ich die renaturierten Flußufer nutzen?

Sowohl bei den Enzauen als auch bei den Davoswiesen liegt laut Pressestelle eine gärtnerisch gepflegte Grün- und Erholungsanlage vor, auch ihr landschaftsgärtnerischer Charakter sei durchaus vergleichbar. Dementsprechend dulde die Stadt eine zurückhaltende Freizeit-Nutzung. Sobald aber in den Enzauen oder den Davoswiesen, letztere sind Landschaftsschutzgebiet, umweltrechtliche Auswirkungen etwa auf Pflanzen und Tiere, Gewässerschutz oder Abfälle durch übermäßige Freizeitaktivitäten aufträten, werde die Stadt einschreiten, erklärt die Pressestelle. Dies werde stichprobenartig durch die Polizei kontrolliert. In vier Fällen hat das Polizeirevier Süd in diesem Sommer an den Davoswiesen illegal betriebene Grillanlagen beanstandet. Denn die Davoswiesen als Grünanlage dienen zwar der Erholung der Städter, gehören aber außerdem zum Landschaftsschutzgebiet. Dort gibt es nur einen offiziellen Platz zum Grillen. Die Polizeiverordnung untersagt an den Davoswiesen und auch an den Enzauen grundsätzlich das Zündeln außerhalb von zugelassenen Feuerstellen.

Wie hoch ist der Reinigungsaufwand der Grillwiesen?

Die Grillwiesen seien wichtige, frei zugängliche Orte der Naherholung für die Bürger und würden gut frequentiert. Die Stadt sehe es als ihre Aufgabe an, sie zu pflegen und zu betreiben. Die Grillwiesen stünden wie folgt auf dem Reinigungsplan der Technischen Dienste: Pro Grillwiese würden vier Personen je zwei Stunden eingesetzt. Die Reinigung erfolge in der Saisson fünfmal pro Woche: Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen. Die Reinigungskosten beliefen sich pro Woche auf etwa 3000 Euro in der Saison, bei größerem Reinigungsaufwand auch mal darüber.

Was findet die Stadt an illegalem Müll vor?

Rund um die Grillwiesen fänden sich Essensreste, Flaschen, Verpackungen, ebenso defekte Grills, Hausmüll oder gelbe Säcke. Es komme vor, dass sich neben den Abfallbehältern Müllbeutel stapelten. Vereinzelt finde sich auch illegal abgeladener Sperrmüll, etwa Möbel, wie auch immer wieder im übrigen Stadtgebiet.

Wie will die Stadt dem zukünftig begegnen?

Im Jahr 2018 wurden 101 Verstöße von Kleinabfällen wie Zigarettenkippen oder Kaugummis bis Sperrmüll im gesamten Stadtgebiet geahndet. Sowohl Polizei als auch Mitarbeiter vom gemeindlichen Vollzugsdienst zeigen dies an. Die Verfolgung von abfallrechtlichen Verstößen hängt vom Antreffen auf frischer Tat oder aber von akribischer Ermittlungsarbeit durch Sichtung des abgelagerten Mülls ab. Jetzt werde es laut Pressestelle verstärkt Kontrollen im Zusammenspiel mit erhöhten Bußgeldern geben und mehr Aufklärung und Präventionsarbeit.

In Zukunft sei darüber hinaus eine Ausweitung der aktiven Kontrollen geplant, unter anderem auch durch die Einrichtung durch drei neue Müllsheriffs. Ebenso sei der Bußgeldrahmen erhöht und die internen Bußgeldsätze zum Februar 2019 angehoben worden. Da könnten für eine Tüte Hausmüll schon mal 75 Euro fällig werden, für eine abgelegte Sofagarnitur bis 2500 Euro.

Autor: mof