Gemeinden der Region
Ölbronn-Dürrn -  26.03.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Straßenbau ist in Ölbronn-Dürrn ein großes Thema: Haushaltsverabschiedung ohne große Debatte

Ölbronn-Dürrn. Bedingt durch mehrere Wasserrohrbrüche in Dürrn ist die Hauptstraße seit vielen Wochen voll gesperrt. Die weitreichenden Umleitungen des Verkehrs werden nicht immer beachtet und so quälen sich Autos und Schwerverkehr nicht selten durch Anliegerstraßen und Schleichwege. Die Nerven der Anwohner liegen blank. Wie Bürgermeister Norman Tank auf der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend in Ölbronn-Dürrn erläuterte, sei die Vollsperrung notwendig gewesen, um den ersten Bauabschnitt so schnell wie möglich durchzuführen. Nur durch diese Maßnahme sei eine beschleunigte Bauzeit zu gewährleisten gewesen.

Bauarbeiten an den Wasserrohren machen eine Vollsperrung der Dürrner Haupt-straße nötig. Nun wurden die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt vergeben.
Bauarbeiten an den Wasserrohren machen eine Vollsperrung der Dürrner Haupt-straße nötig. Nun wurden die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt vergeben. Foto: Meyer

Aufgrund der Notsituation habe man die Baumaßnahmen im ersten Bauabschnitt für 185.000 Euro frei vergeben können. Für den nun folgenden zweiten Bauabschnitt sei eine beschränkte Ausschreibung der Arbeiten erforderlich gewesen. Tank lobte die „flotte und sehr gute“ Arbeit des Brettener Bauunternehmens im ersten Teil und schlug dem Gemeinderat vor, den zweiten Bauabschnitt für 222.000 Euro durch das gleiche Unternehmen ausführen zu lassen. Dabei erläuterte der Bürgermeister noch einmal die Umleitungsproblematik und sagte, dass es aus Nachbargemeinden Beschwerden gäbe wegen der erhöhten Verkehrsbelastung. Er sagte, dass das Problem nicht bei seiner Gemeinde läge, sondern bei den Fahrern, die sich nicht an die weitreichende Umfahrungsregelung halten.

Was passiert an Gemeindehalle?

Tank bemerkte süffisant mit Blick auf die Vollsperrung der B294 in Bauschlott, dass er sich nicht wundere, dass diese Baustelle zwei Jahre dauern solle, denn er sehe beim Vorbeifahren immer nur wenige bis gar keine Bauarbeiter. „Unverschämt“ nannte Helmut Keller (Freie Wählervereinigung) die Kritik aus Niefern an der Baustelle in Dürrn. Die Vollsperrung in Dürrn soll nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts voraussichtlich Ende April 2026 aufgehoben werden, so Tank. Der Gemeinderat beauftragte einstimmig die nötigen Arbeiten hierfür.

Die Bodenmarkierungen auf dem Parkplatz der Gemeindehalle Dürrn sollen geändert werden. Bisher sei der Platz als „Spielstraße“ ausgewiesen und hier finde die Verkehrserziehung für Kinder statt, berichtete der Bürgermeister. Da diese nun aber nach Göbrichen verlegt worden sei, wolle man auf dem Platz nun Kurzzeit-Parkplätze für Autos und Anhänger aufbringen lassen, um für Ordnung zu sorgen. Sabine Wilhelm-Maaßen (Aktive Bürger) kritisierte, dass der Status der „Spielstraße“ nun entfallen soll, und es würde nun wieder „nur etwas für Autofahrer getan“. Sie sehe die Kinder gefährdet, die dort dennoch Radfahren wollten. Der Gemeinderat vergab den Auftrag für die neue Bodenmarkierung mehrheitlich zum Preis von 7000 Euro.

Eine spannende Haushaltsdebatte zur Verabschiedung des Ölbronn-Dürrner Haushalts 2026 fand nicht statt. Tank erläuterte die nüchternen Kennzahlen des Haushalts 2026. Diese seien „belastbar“. Er freue sich darüber, dass die Mittel aus dem Sondervermögen 2025 genutzt werden könnten. Dadurch benötige man im laufenden Jahr keine Kreditaufnahme. Dennoch schmelze die Liquidität der Gemeinde. Die Haushalte der Nachbargemeinden würde dagegen negativ ausfallen, dass sogar Haushaltssperren vonnöten seien. Es gäbe zwar Dellen bei den Einnahmen der Gewerbesteuer, diese seien aber im Plan. Er sehe nur Handlungsbedarf, sollten dies einbrechen. Haushaltsdisziplin sei erforderlich und man müsse möglichst alle Fördertöpfe nutzen. Mit Blick in die Zukunft sagte Tank, dass es auf der Ertragsseite Anpassungen geben müsse. Der Gemeinderat stimmte dem Haushalt 2026 einstimmig zu.